Hitze als Belastung für Mensch und Natur

Erstellt am 27. Juli 2022 | 04:36
Lesezeit: 4 Min
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Sandra und Maximilian Aigner suchen bei den heißen Tagen in Amstetten zumindest ein wenig Abkühlung mithilfe von Eis.
Foto: Brückner
Große Hitze im Bezirk Amstetten führt zu vermehrten Einsätzen der Automobilclubs. Falschtankungen, Batterie- und Reifenschäden nehmen zu.
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Tagelang Temperaturen über 30 Grad. Tropennächte, die keinen erholsamen Schlaf zulassen. Kein Zweifel: Niederösterreich stöhnt gehörig unter der derzeit herrschenden Hitzewelle, die natürlich Auswirkungen auf Mensch und Natur hat.

Automobilclubs. Dass die Menschen durch die Hitze unaufmerksamer sind, registrieren auch die Autofahrerklubs ÖAMTC und ARBÖ. „Falschtankungen aufgrund der erhöhten Unkonzentriertheit der Menschen fallen derzeit besonders auf“, erklärt der stellvertretende Stützpunktleiter des ARBÖ in Amstetten, Franz Halbartschlager. Das bestätigt auch ÖAMTC- Stützpunktleiter Gerhard Prantner. Hilfreich sei bei hohen Temperaturen deshalb der Einsatz der Klimaanlage. „Die Klimaanlage ist ein Sicherheitsplus in der Sommerhitze“, stellt Prantner klar. Daher sollte sie auch regelmäßig überprüft werden. Weiters werden bei Hitze – wie auch bei Minusgraden – die Batterien schwer belastet, wodurch es zu einem Versagen der Batterie kommen kann. Auch kollabierte Kühlsysteme sind ein Problem, da der Motor so überhitzen könnte.

Ebenso können die Reifen bei der Hitze Probleme bereiten. „Die Reifen werden heiß und das kann zu Reifenpannen führen. Aber auch ein voll beladenes Auto, dessen Reifendruck nicht an das Gewicht angepasst wurde, kann eine Panne verursachen“, weiß Halbartschlager. Er appelliert daher an die Autofahrer, beim Fahren in der Hitze immer den Reifendruck und auch die Kühlflüssigkeit zu kontrollieren.

Insgesamt verzeichnete man beim ÖAMTC im Raum Amstetten knapp 750 Einsätze allein im heißen Juli. Das sind rund 100 Einsätze mehr als im Vorjahr. Beim ARBÖ spricht man von derzeit sieben bis acht Hitzeeinsätzen pro Tag.

Landwirtschaft . Auf die Landwirtschaft hat die große Hitze derzeit noch keine allzu großen Auswirkungen. Bezirksbauernkammerobmann Josef Aigner aus Biberbach spricht von einem normalen Vegetationsverlauf. „Wir hatten im Bezirk eine relativ gute Regenverteilung und der Niederschlag hat bisher auch ausgereicht. Die Weizenernte ist durchschnittlich, die Gerstenernte war gut und auch der Mais zeigt sich gut“, sagt der Landwirt. Wichtig sei da, dass die momentane Hitzeperiode nicht zu lange anhalte. „Gerade jetzt ist eine kritische Phase, weil der Mais zur Kornausbildung ansetzt und da darf es nicht zu trocken sein.“ Auch beim Grünland ist die Ernte bislang zufriedenstellend ausgefallen. „Jetzt besteht aber natürlich Gefahr, dass frisch gemähte Wiesen auf Südhängen bei dieser Hitze ausbrennen“, sagt Aigner. Es sei derzeit aber nicht die Witterung, die den Bauern große Probleme bereitet, sondern die hohen Energie- und Futtermittelkosten.

Auch für Landeskammerrat Andreas Pum aus St. Valentin ist das Jahr bisher zufriedenstellend verlaufen. „Die Niederschläge liegen im langjährigen Schnitt. Bei der Ernte haben wir keine Spitzenerträge, aber es war bisher guter Durchschnitt.“ Er hofft, dass die Hitze bald bricht. „Denn gerade bei den Schotterböden in unserem Bereich wirkt sie natürlich stark und die Kulturen lassen schon die Blätter hängen. Die nächsten zwei Wochen werden für Mais, Zuckerrüben und Soja entscheidend sein.“

Eissalon. Viele Hitzegeplagte suchen bei hohen Temperaturen nicht nur den Schatten, sondern auch nach einer Abkühlung von innen: Sei es mit erfrischenden Getränken in schattigen Gastgärten oder einem kühlen Eis im Eissalon. Dass es derzeit sogar dafür fast zu heiß ist, erklärt Robert Perforvi, der das Café Meli am Amstettner Hauptplatz führt. „Vormittags oder am Abend“ sei am meisten los, betont er. „Aufgrund der enormen Hitze am Nachmittag kommen zu dieser Tageszeit aber weniger Leute“, betont Pervorfi. Dennoch läuft das Eis-Geschäft in Summe besser als im Vorjahr, wo der Gastgarten ja Corona-bedingt erst ab Mitte Mai und nicht schon im März geöffnet werden durfte.

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