Kinderbetreuung: Nachfrage höher. In den Gemeinden prüft man den Bedarf an durchgehender Kinderbetreuung. Vor allem berufstätige Eltern sollen entlastet werden.

Von Peter Führer. Erstellt am 10. Juni 2020 (04:53)
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In Viehdorf erhebt man derzeit den Bedarf nach neunwöchiger Ferienbetreuung. Von links: Vizebürgermeister Franz Eder, Volksschuldirektorin Barbara Dobrovits und Bürgermeister Franz Zehethofer.
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Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Landesregierung die Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung in den Ferien adaptiert. So fällt die dreiwöchige Pause in den Landeskindergärten (mehr dazu auf Seite 2). In den Gemeinden wird daher momentan der Bedarf erhoben, wie viele Familien das Angebot in Anspruch nehmen wollen.

„Die Gemeinde Zeillern bietet sowohl für Kindergartenkinder, Volksschulkinder und Kinder der Tagesbetreuung eine Ferienbetreuung in den Sommerferien an. Das Angebot richtet sich vor allem an berufstätige Eltern und denen ist natürlich eine gute Betreuung in der Nähe und in bekanntem Umfeld wichtig“, verrät etwa Anton Spreitz von der Marktgemeinde Zeillern.

Auch in Winklarn wird es für Volksschulkinder und – nach Bedarf – für Kindergartenkinder neun Wochen Betreuung geben. „Ich denke, dass wir die berufstätigen Eltern und Alleinerziehende, die sich mit dem Urlaub schwertun, unterstützen müssen und zumindest die Sorgen betreffend Betreuung abnehmen sollen“, unterstreicht Bürgermeisterin Sabine Dorner.

In Viehdorf bietet die Gemeinde seit 2018 eine eigene Ferienbetreuung in der Volksschule an. Für die ersten und die letzten drei Ferienwochen waren pro Woche rund 40 Kinder angemeldet. Auf die Ergebnisse der neuerlichen Erhebung für die mittleren drei Wochen im Kindergarten wartet man noch. „Wichtig ist, dass es zumindest für einen Teil der Ferien ein Angebot gibt, und dass die Kinder gut mit den betreuenden Personen auskommen“, formuliert Maria Seisenbacher.

Gespräche über Kooperationen laufen

Vereinzelt wird auch über gemeindeübergreifende Kooperationen nachgedacht, um die Betreuung zu erleichtern. Konkret gibt es derartige Überlegungen etwa in Ennsdorf. Auch hier wird derzeit der Bedarf erhoben.

„Mit einer Nachbargemeinde bestehen zwar Gespräche hinsichtlich durchgängiger Betreuungsangebote, konkrete Kooperationen gibt es jedoch derzeit noch nicht“, erläutert Ennsdorfs Amtsleiterin Isabelle Grindling. Auch Ardaggers Bürgermeister Hannes Pressl hält Kooperationen für möglich.

„Wir machen halt die Erfahrung, dass es für die Eltern enorm wichtig ist, an welchem Standort Angebote stattfinden. Teilweise sehen wir sogar in der eigenen Gemeinde, dass die Betreuungsangebote nicht in allen Kindergärten gleichermaßen angenommen werden“, berichtet Ardaggers Ortschef Hannes Pressl. Aus seiner Sicht seien bei der Betreuung mehrere Punkte wichtig: Wenige bis keine Kosten, sie muss einfach und naheliegend sowie flexibel und professionell – wie unter dem restlichen Jahr – sein.