Leidenschaft und Herzblut vor Gemeinderatswahl. ÖVP-Funktionäre gehen von Haus zu Haus, um das Gespräch mit Bürgern zu suchen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Januar 2020 (04:12)
Bereit für den Wahlkampf-Endspurt: 1. Reihe vorne (von links) Christian Haberhauer, Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner, Bezirksparteiobmann Andreas Hanger und Sabine Dorner. 2. Reihe hinten (von links): Martin Schlöglhofer, Christoph Haselsteiner, Michael Hülmbauer, Lukas Michlmayr und Josef Pöchhacker.
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„Wir führen einen sehr fairen und optimistischen, ich möchte fast sagen, freundlichen Wahlkampf“, erklärte VP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner bei einer Pressekonferenz am Mittwoch der Vorwoche in Amstetten. Er hob die gute Arbeit der 29 Bürgermeister und Funktionäre der Volkspartei hervor, die mit Leidenschaft für die Bevölkerung ihrer Heimatgemeinden arbeiten würden. Ebner wies aber auch auf die gute Partnerschaft mit dem Land hin, die Garant für die Umsetzung vieler Projekte sei. „Denn von jedem Euro, den die Gemeinden investieren, kommen 60 Cent vom Land und vom Bund.“

Bezirksobmann Andreas Hanger betonte, dass die Kandidaten der ÖVP „so jung, so weiblich und so neu wie noch nie sind. Insgesamt 1.313 Personen treten an, darunter sind 389 Frauen. 380 unserer Kandidaten sind unter 35 Jahren.“

Die ÖVP in Aschbach schenkt den Wählern ihr Herz. Die Leb-kuchen wurden von den Kandidaten selbst gebacken. Natürlich hat auch Bürgermeister Martin Schlöglhofer eifrig mitgeholfen.
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Mit dabei beim Pressegespräch waren auch Bürgermeister aus der Region und die Hoffnungsträger der Partei in Amstetten und St. Georgen am Reith, Christian Haberhauer und Josef Pöchhacker. „Denn natürlich ist es auch unser Ziel, die eine oder andere Gemeinde zu drehen“, betonte Hanger.

Der ÖVP-Spitzenkandidat in Amstetten, Christian Haberhauer, hat ja die volle Unterstützung der Landespartei und nun kommt am Dienstag um 16 Uhr auch noch Bundeskanzler Kurz in die Remise, um ihm den Rücken zu stärken. Haberhauer verwies bei der Pressekonferenz einmal mehr auf die zahlreichen Bürgerstammtische, die er veranstaltet habe, „um den Menschen genau zuzuhören. Aus ihren Berichten haben wir auch zehn Ziele für Amstetten erarbeitet.“ Haberhauer hat bereits 1.500 Haushalte besucht. „Bis 26. Jänner sollen es 3.000 werden“, sagt er.

Chancen auf den Bürgermeistersessel

Chancen auf den Bürgermeistersessel rechnet sich Josef Pöchhacker aus St. Georgen an der Reith aus. Dort regiert derzeit die SPÖ, aber die beiden Parteien lagen 2015 bei 520 Wählern nur um 44 Stimmen auseinander. „Wenn ich Bürgermeister werde, werde ich der zweitplatzierten Partei natürlich den Vizebürgermeister anbieten. Zusammenarbeit ist mir sehr wichtig“, betont Pöchhacker.

Lukas Michlmayr aus Haag stellt sich der Wiederwahl. „Der Zeugnistag nach fünf Jahren ist natürlich sehr spannend. Die Haager können nun zeigen, ob sie zufrieden sind.“ Michlmayr ist derzeit auf Hausbesuchstour durch die Gemeinde. Für besondere Fans gibt es „Wir wählen Luki“-Tafeln zum Aufstellen im Vorgarten.

Haben bei Hausbesuchen Präsente der besonderenArt im Gepäck. Christian Ha-berhauer verteilt kleineGeleehände aus Birnensaft, weil der Handschlag zählt. Josef Pöchhacker aus St. Georgen am Reith verschenkt kleine Lavendelseifen.
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Zum ersten Mal einer Wahl stellt sich Christoph Haselsteiner aus St. Georgen am Ybbsfelde. „Von unserem Team, das aus 42 Kandidaten besteht, treten 20 erstmals an. Wir stehen daher auch für die nächste Generation in unserer Gemeinde“, sagt der Ortschef. Er hebt auch hervor, dass 20 Frauen auf der Liste stehen. Das bilde annähernd das Verhältnis von Frauen und Männern in der Gemeinde ab. Haselsteiner legt viel Wert auf Bürgerbeteiligung und er will über Parteigrenzen hinweg für eine gute Zukunft seiner Gemeinde arbeiten.

Martin Schlöglhofer aus Aschbach stellt sich ebenfalls zum ersten Mal dem Votum der Bürger. Auch ihm ist die Zusammenarbeit in der Gemeinde ein großes Anliegen. „Wir führen daher auch keinen Wahlkampf, weil ein Kampf immer verbrannte Erde hinterlässt. Ich will aber Menschen zusammenbringen – Aschbach zusammenbringen“, sagt Schlöglhofer. Wichtiges Anliegen in den kommenden Jahren ist ihm die Aufwertung des Ortskerns. Am Tag vor der Wahl lädt der Ortschef zu einem etwa 20 Kilometer langen Lauf durch alle Katastralgemeinden. „Dabei wollen wir zeigen, wie wir Aschbach ,laufend‘ weiterentwickeln.“

Das Ohr immer beim Bürger haben

Auch für Sabine Dorner aus Winklarn ist es die erste Wahl, die sie als Bürgermeisterin zu schlagen hat. „Unser Team deckt ein breites Spektrum ab, alle Altersgruppen und alle Berufsgruppen. Der Umweltschutz ist uns ebenso ein großes Anliegen, wie die Kinderbetreuung und leistbares Wohnen für Jung und Alt.“ Besonders wichtig sei, so die Ortschefin, das Ohr immer am Bürger zu haben, und nicht nur in Wahlkampfzeiten.

Ferschnitz‘ Bürgermeister Michael Hülmbauer ist schon wahlkampferfahren und verweist auf Projekte, die in der Gemeinde umgesetzt wurden. „Wir haben einen Kindergarten gebaut, der aufgrund der Bevölkerungsentwicklung schon erweitert werden muss. Auch die Wasserversorgung haben wir gesichert. Sehr wichtig ist für Ferschnitz die Ortskernbelebung, da haben wir die Bürgerbeteiligung gestartet und eine Vision entwickelt“, listet Hülmbauer auf. Für die kommenden Tage laute die Devise: „Laufen bis die Sohlen rauchen!“