Museen machen Geschichte greifbar. Am Wochenende öffnen auch Museen aus dem Bezirk Amstetten ihre Pforten. Sie hoffen auf mehr Besucher aus der Region.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 14. Mai 2019 (04:50)
Archiv/Führer

Das Wort Museum stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet „Ort für gelehrte Beschäftigung“. Diese Art der Beschäftigung bieten beim diesjährigen Museumsfrühling auch einige Museen im Bezirk Amstetten.

Nostalgiemuseum seit Anbeginn mit dabei

Das Nostalgiemuseum „Drahtesel und mehr“ der Familie Schneider in Strengberg ist seit Anbeginn Teil der Museumsfrühlings-Aktion. Hier gibt es originale, restaurierte Fahr- und Motorräder im ehemaligen Feuerwehr-Depot zu sehen.

„Es etabliert sich mittlerweile, dass solche Aktionen ein gutes Ziel für Ausflugsfahrten mit der Familie bieten. Im Vorjahr waren sogar Besucher aus Deutschland da“, erklärt Museumsinhaberin Barbara Schneider und fügt hinzu „leider sind viele Leute sehr bequem und meinen, alles Wissenswerte auch digital finden zu können. Oder sie befürchten, dass Museumsbesuche trocken sind. Dabei ist der Erlebnisfaktor in echt viel höher!“ Sie appelliert an die Schulen, das Interesse an Museen und Kultur schon im Kindesalter vermehrt zu fördern.

Auch das Ostarrichi Museum in Neuhofen/Ybbs, das sich mit der historischen Dokumentation des Österreichbegriffs beschäftigt, ist bereits seit einigen Jahren Teil der niederösterreichweiten Aktion. „Bisher ist unser Programm beim Museumsfrühling immer gut angenommen worden. Es hilft uns auch im Sinne von Öffentlichkeitsarbeit, gesehen zu werden“, hofft Kathrin Riegler als Verantwortliche für den laufenden Betrieb des Museumsvereins auf zahlreichen Besuch.

Ihrer Meinung nach werde Kultur den Leuten wieder wichtiger. Das zeige sich auch in der Diversität der Besuchergruppen, die sich keinem konkreten Altersdurchschnitt zuweisen lassen.

Hohe Erwartungen bezüglich des Besucherandrangs hat Thomas Gnedt, Museumskurator des Carl Zeller Museums in St. Peter/Au: „Wir nehmen heuer zum ersten Mal an dieser Aktion teil. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Mehrheit der örtlichen Bevölkerung nur zu besonderen Veranstaltungen kommt. Abseits davon sind es vor allem Besuchergruppen aus entfernten Gegenden, wie Wien oder Deutschland, die für spezielle Führungen anreisen.“

Er betreut das Museum ehrenamtlich und findet es wichtig, das kulturelle Andenken an den berühmten Mostviertler Operettenkomponisten Carl Zeller zu bewahren.

„Kultur wird den Leuten wieder wichtiger“

Eine Reise durch vier Jahrhunderte bietet das Römermuseum in Wallsee mit dem Museum selbst, dem Römerort und der Römerwelt. Ein Problem stellt hier allerdings die Lage dar:

„Das Museum hat jetzt schon ein paar Mal an Aktionen teilgenommen, der Besucherandrang ist aber mäßig geblieben. Für viele potenzielle Besucher scheint Wallsee zu sehr in der Peripherie zu liegen oder die Leute glauben, dass sich die Reise hierher nicht lohnen würde“, erklärt Johann Wahl, Obmann des Museumsvereines. Dass grundsätzlich ein Bedarf an Kultur gegeben sei, zeichne sich für ihn besonders bei jenen Besuchern ab, die für Familienfeiern ein unterhaltsames Programm suchten. Wahl hofft abschließend, in Zukunft neben Schülergruppen und Fachpersonen auch mehr Besucher aus der Umgebung im Römermuseum begrüßen zu können.

Damit am Wochenende garantiert keine Langeweile aufkommen kann, haben sich die Museumsbetreiber im Bezirk ein umfangreiches Programm für den Museumsfrühling überlegt. Neben Oldtimerausfahrten, gratis Führungen und Multimedia-Shows werden auch Live-Übertragungen im Radio mit Jimmy Schlager und Silvio Samoni geboten. Weitere Programmpunkte sind Erstaufführungen von Liederzyklen sowie Sonderausstellungen und Mini-E-Auto-Fahrten für Kinder. Auch das Schloss Ulmerfeld öffnet am Samstag seine Pforten und bietet Spezialführungen an. Genaueres zum Programm gibt es unter www.museumsfruehling.at.

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