Mutter fühlt sich von Schulleitung schikaniert. Mutter fühlt sich von Sonderschuldirektorin schikaniert. Schulqualitätsmanagerin nimmt Stellung und verweist darauf, dass für die Schule das Kindeswohl im Mittelpunkt stehe.

Von Peter Führer. Erstellt am 17. Juni 2020 (03:56)
Die Mutter eines Mädchens, das im Rollstuhl sitzt und in eine Sonderschule geht, übt harte Kritik an der Schulleitung.Symbolbild
Shutterstock/ Julia Zavalishina;

Schwere Vorwürfe erhebt eine Mutter aus dem Bezirk Amstetten gegen die Leitung einer Sonderschule. Sie spricht von Diskriminierung und Mobbing. Zudem würde die Direktorin wegen jeder Kleinigkeit das Jugendamt alarmieren.

„Meine Tochter sitzt im Rollstuhl und gehört zur Corona-Risikogruppe. Da schicke ich sie nicht in die Schule. Aber das passt der Direktorin nicht. Sie hat außerdem den vielfachen Lehrstoff unseres Sohnes in der ersten Klasse Volksschule zu bewältigen, obwohl meine Tochter beeinträchtigt ist“, ärgert sie sich.

Besonders gravierend sei es geworden, als die Tochter in der Schule erzählte, dass ihr Stiefvater sie um drei Uhr nachts getröstet habe. „Sie hat in der Schule behauptet, es sei bei hellem Tageslicht – das kann ja schon nicht um drei Uhr sein, meine Tochter kennt die Uhr nicht – zu diesem Trösten gekommen. Die Schule hat das dann so geglaubt und es kam der Vorwurf eines Sexualdelikts raus“, berichtet die Mutter weiter.

„Ich habe mit meinem Mädchen schon mehr als genug Arbeit und jetzt schickt mir die Direktorin immer das Jugendamt vorbei.“Die Mutter übt Kritik an der Leitung einer Sonderschule

Sie und ihre Tochter seien nicht die einzigen Betroffenen. Mobbing stehe bei den Kindern an der Tagesordnung. Es sei unter den Kindern bereits zu Morddrohungen gekommen. Die Direktorin schiebe die Schuld bei all diesen Vorfällen auf die Eltern. „Ich habe mit meinem Mädchen schon mehr als genug Arbeit und jetzt schickt mir die Direktorin immer das Jugendamt vorbei. Dabei habe ich auch Familienbetreuung, da geht die Direktorin nicht hin“, schildert die Mutter.

Auch die Kriminalpolizei sei bereits im Haus gewesen. „Es war kurz davor, dass sie mir das Kind wegnehmen. Dabei habe ich ein Erziehungsgutachten und ein psychologisches Gutachten, die zeigen, dass wir erziehen können. Das nimmt man aber anscheinend nicht ernst“, so die Mutter weiter.

Am liebsten würde sie eine Unterschriftenaktion starten, „um zu beweisen, dass die Direktorin fehl am Platz ist“.

„Schule muss Wohl des Kindes im Auge haben“

Wie Michaela Stanglauer, als Schulqualitätsmanagerin unter anderem zuständig für drei Sonderschulen im Bezirk Amstetten, erklärt, sei die Schule verpflichtet, Auffälligkeiten nachzugehen. Wenn es etwa von einem Kind zu einem Vorwurf der Gewalt oder Belästigung komme, suche man das Gespräch mit den Eltern, muss das allerdings auch der Kinder- und Jugendhilfe melden.

„Wir haben auch Diversitätsmanager, die besonders für Kinder mit besonderen Bedürfnissen zum Einsatz kommen. Außerdem gibt es noch Beratungslehrer, die für die Kinder, aber auch für die Lehrer da sind. Es gibt also ein dichtes Netz an Möglichkeiten. Da gibt es sicher Eltern, die das als zu dicht erachten, die Schule muss aber das Wohl des Kindes im Auge haben“, führt Stanglauer weiter aus.

Es gebe auch immer wieder Vorfälle, wo Lehrer oder Schulleiter angefeindet werden, wenn Eltern die Information an die Kinder- und Jugendhilfe als Grenzüberschreitung empfinden. Man sei jedoch verpflichtet, bei Vorfällen Schritte zu setzen. „Die Lehrer sind auch ausgebildet und können abschätzen, ob sich ein Kind etwas nur einbildet oder nicht“, sagt Stanglauer weiter.

Die NÖN fragte auch bei der Direktorin nach, sie erklärte jedoch, dass sie sich zu den Anschuldigungen nicht äußern möchte oder darf, und nicht darauf reagieren möchte.