Priesterkicker: Mit Beistand vom Heiligen Geist. Seit 25 Jahren spielen Pfarrer für guten Zweck. Hans Zarl war lange mit dabei und erklärt warum.

Erstellt am 19. Mai 2018 (05:25)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Bezirk Amstetten - Priesterkicker: Mit Beistand vom Heiligen Geist
Die Mannschaft Hochwürden & Co feiert am 21. Mai mit einem Match gegen „Amtshaus“ in Neumarkt an der Ybbs ihr 25-Jahr-Jubiläum. Im Mittelpunkt steht bei jedem Spiel ein guter Zweck. Foto: Zarl
Zarl

Die Priestermannschaft der Diözese St. Pölten „Hochwürden & Co“ feiert dieser Tage in Neumarkt/Ybbs ihr 25-Jahr-Jubiläum. Der Erstauftritt fand 1992 in Kirchberg an der Pielach statt. Die Mannschaft aus Priestern und Laien hat seither zahlreiche Benefiz-Matches, unter anderem gegen die Regierung Pröll bestritten – immer für den guten Zweck. Am 21. Mai wird gegen die Bürgermeisterauswahl FC Amtshaus gespielt.

Einer, der oft für die Priestermannschaft aufs Feld gelaufen ist, war St. Valentins Pfarrer. Zehn Jahre war er fixer Bestandteil der Mannschaft und hat rund 50 Spiele bestritten. Die NÖN bat ihn zum Interview:

NÖN: Welche Verbindung zum Fußball haben Sie?

Hans Zarl: Fußball war immer meine große Leidenschaft, ich habe stets gerne gespielt, von Kindheit an. Es verbinden mich schöne Erinnerungen damit. Deshalb war es mir auch wichtig, als ich in die Pfarre St. Valentin kam, dass dort neben dem Pfarrhof ein Fußballplatz für die Jugend entsteht. Ich komme aus der Salesianer Don Bosco-Pfarre Amstetten Herz Jesu und dort ist es ganz wesentlich, dass junge Menschen Sport ausüben können.

„Der Erlös soll Menschen zu Gute kommen und nicht für Sachzwecke wie Sanierungen verwendet werden“

An welches der vielen Spiele können Sie sich am besten erinnern?

440_0008_7255508_ams20bez_zarl_kicker.jpg
Lange war er selbst ein begeisterter Kicker, jetzt feuert er das Team „Hochwürden & Co“ vom Spielfeldrand an. Mit der NÖN sprach St. Valentins Pfarrer Hans Zarl über die Berührungspunkte von Kirche und Fußball.
Zarl

Als legendär gilt das Spiel, das eigentlich nichts geworden ist: An einem Pfingstmontag hätte in St. Valentin ein Match gegen eine steirische Auswahl stattfinden sollen, doch sie konnte aufgrund sintflutartiger Regenfälle nicht kommen. Wir haben ein Zelt aufgestellt und dort immerhin ein Elfmeterschießen gemacht, an dem auch der frühere Sport- und Diözesanbischof Kurt Krenn teilnahm. Ein früherer St. Valentiner Bürgermeister stand im Tor – und hat gehalten. Es war eine große Gaudi. Was aber wesentlich ist: Wir haben einen schönen Geldbetrag für Martin Römer gesammelt. Der Niederösterreicher kümmert sich als Priester um arme Menschen in Mexiko City.

Mit welchen Gegnern bekamen es die Priesterkicker in den 25 Jahren zu tun?

Wir haben oftmals gegen Prominenten-Teams gespielt. Gerne erinnere ich mich zurück an Matches, bei denen die bekannten Persönlichkeiten wie Trainer Didi Constantini, ORF-Moderator Elmar Oberhauser oder Tischtennis-Star Werner Schlager mit dabei waren. Ganz besonders gut war die Stimmung immer, wenn wir gegen Altlandeshauptmann Erwin Pröll spielten. Bei einem Match kamen da sogar 200.000 Schilling zusammen, was von einem Sponsor noch verdoppelt wurde. Wir kickten damals für ein Kind mit Behinderung, dessen Vater gestorben ist. Das war mir und dem Team immer wichtig: Der Erlös soll Menschen zu Gute kommen und nicht für Sachzwecke wie Sanierungen verwendet werden. Eine der zentralen Gründungspersönlichkeiten von „Hochwürden & Co.“ ist übrigens der gebürtige Zeillerner Priester Alois Brunner.

Wie sehen Sie grundsätzlich die Verbindung Sport und Kirche?

Mir gefällt folgendes Bild: Beim Fußball kommt man nach jedem Tor zurück zur Mitte – egal ob nach Siegestaumel oder erhaltenem Tor. Für mich ist das ein Sinnbild für die Suche nach der Mitte des Lebens – und das ist Gott. Ich freue mich immer wieder, Sportlergottesdienste zu feiern. Wieder sinnbildlich gesprochen: Wenn dem Ball oder uns die Luft ausgegangen ist, dann empfehle ich, neue Luft beziehungsweise den Atem Gottes reinzulassen.

Haben die Priesterkicker, eigentlich bei ihren Spielen Beistand von ganz oben?

Da ja Pfingsten ist, werden sie in Neumarkt selbstverständlich Beistand vom Heiligen Geist haben. Zudem wird auch Bischof Küng zum Match kommen und sie persönlich anfeuern. Papst Franziskus ist übrigens auch ein begeisterter Fußballfan.

Wie wird das Jubiläumsmatch „Hochwürden & Co.“ gegen den FC Amtshaus also ausgehen?

Ich glaube, dass die Priester gewinnen. Aber es geht vor allem um die Vermittlung von Lebensfreude und um den guten Zweck. Es sollen natürlich genauso die Bürgermeister angefeuert werden.