Reaktionen auf Quarantäne-Aus: „Fürsorgepflicht abgewälzt“

Erstellt am 10. August 2022 | 00:29
Lesezeit: 3 Min
Symbolbild Büro Frau Arbeit
Foto: Shutterstock.com/SFIO CRACHO
Skepsis zur neuen Regelung gibt es unter anderem bei Betriebsräten von Unternehmen im Bezirk Amstetten.
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Wie die Maßnahmen in der Praxis konkret umgesetzt werden sollen, fragt sich auch Josef Steinböck, Arbeiterbetriebsrat der Doka-Group. „Die Fürsorgepflicht wird jetzt auf den Arbeitgeber abgewälzt. Der muss jetzt die richtigen Vorkehrungen treffen“, meint der Arbeiterbetriebsrat.

Bei Symptomlosigkeit werden sich nach der derzeitigen Verordnung nicht mehr viele auf SARS-CoV-2 testen. „Kein Betrieb will einen Cluster haben, wenn beispielsweise ein Einziger einen Positivbescheid hat. Da ist es doch besser, wenn diese Person daheim bleibt und die Infektion nicht weiterträgt“, betont Steinböck. Er ist sich sicher, dass darüber noch weitere Diskussionen folgen werden, denn „bei Außentemperaturen von über 40 Grad wird keiner gerne eine Maske tragen.“

Reinhard Gleiß, Betriebsrat bei der Bene GmbH, findet ebenfalls einige Kritikpunkte an der neuen Verordnung: „Ich sehe die neue Regelung kritisch, weil man die Verantwortung auf die Firmen überträgt und diese dann auf den Kosten sitzen bleiben, sollte es zu einer neuen Welle kommen. Wenn man als Firma proaktiv reagiert und positiv getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern empfiehlt, in den Krankenstand zu gehen, hat man eben die Krankenstände, umgekehrt hat man aber das Risiko, dass der Reihe nach mehr und mehr Leute infiziert werden. Meiner Meinung nach ist die Regelung nicht ausgegoren.“

Evi Roseneder, Head of Corporate Communication der Umdasch Group, unterstreicht, dass man sich im Unternehmen wie auch zuvor an die neuen Gegebenheiten anpassen werde. „Theoretisch ist nun auch das Arbeiten mit Maske bei positivem Bescheid möglich. In der Praxis wird das aber nicht umgesetzt und mir ist auch kein Fall bekannt, wo wer arbeiten gekommen ist“, führt sie aus.

Man dürfe nicht vergessen, dass es weiterhin Einschränkungen gibt. So benötigt man auch in der Kantine die Maske. „In der Praxis wird es so sein, dass man sich mit der Führungskraft abstimmt und dann einen sinnvollen Weg findet. Es lässt sich alles ausreden“, unterstreicht Roseneder. Für sie ist aber auch klar, dass dort, wo möglich, auch Homeoffice ein Thema bleiben wird.

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