Reife- und Diplomprüfung: Die Stimmung ist positiv. Trotz ungewöhnlicher Rahmenbedingungen fühlt man sich an den Schulen gerüstet. Seit der Vorwoche läuft der Unterricht wieder in den Klassenzimmern.

Von Josef Penzendorfer, Peter Führer und Ingrid Vogl. Erstellt am 16. Mai 2020 (04:02)
Die Maturaklasse 8a des Stiftsgymnasiums Seitenstetten bei der Vorbereitung in Mathematik mit Direktor Markus Berger (rechts).
Penz

Heuer geht die Matura aufgrund der Coronakrise unter besonderen Vorzeichen über die Bühne. Schriftlich beginnen die Prüfungen am 25. Mai, die mündliche Matura entfällt, kann aber auf Wunsch absolviert werden. Etwa, um sich die Note zu verbessern. In den Schulen geht es nun in die heiße Phase. Seit 4. Mai bereiten sich die Schüler wieder im Schulgebäude auf die Reife- und Diplomprüfung vor. Eine große Rolle spielen dabei die Sicherheitsvorkehrungen.

Sicherheitsabstände und Masken im Einsatz

„Wir haben die Klassen geteilt, sodass eine Gruppe nicht aus mehr als 14 Schülern besteht. Alle sind sehr diszipliniert“, schildert Leopold Dirnberger, Direktor der Wirtschaftsschulen der Franziskanerinnen Amstetten, die Lage vor Ort. Beim Unterricht selbst achte man auf das Einhalten der Abstände, Masken werden aufgesetzt, wenn die Schüler das Klassenzimmer verlassen. „Wir schauen darauf, dass die Schüler das Schulgebäude auch in den Pausen nicht verlassen, etwa um kurz ins CCA zu gehen“, führt Dirnberger weiter aus. Man sei guter Dinge, die Schüler würden sich bereits gut vorbereitet fühlen.

Auch in der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BafEP) Amstetten ist man gerüstet. „Die Schüler sind angesichts der doch anderen Bestimmungen vielleicht etwas nervöser, ich habe aber einen positiven Eindruck. Eine gewisse Anspannung vor der Matura ist normal“, betont Direktor Christof Laumer. Er habe keine negativen Rückmeldungen bekommen und informiere die Schüler digital über Neuigkeiten bezüglich des Prüfungsablaufes. Natürlich hält man auch bei der BafEP die Abstände ein und hat die Klassen geteilt. „Beim Eingangsbereich steht auch ein Desinfektionsmittel und die Klassen werden regelmäßig gereinigt. Spannend wird es aber ab 3. Juni, wenn wieder alle Schüler im Haus sind“, führt Laumer weiter aus. 45 Maturanten treten beim BafEP zur Prüfung an.

Schüler fühlen sich gut auf Matura vorbereitet

Waltraud Ehmayr, Direktorin der HLW Haag
Schule

44 Schüler treten in der HLW Haag zur Matura an. „Die Vorbereitung funktioniert sehr gut. Wir haben einen sinnvollen Stundenplan erstellt, damit der Ergänzungsunterricht etwas geblockt ist“, erklärt Direktorin Waltraud Ehmayr. Mehr als 12 bis 13 Schüler seien pro Klasse nie gleichzeitig anwesend. Platz gebe es in den zwei EDV-Sälen, in die man nun ausgewichen ist, genug, betont die Schulleiterin. Bei den Schülern ist nach der langen Abwesenheit auch bereits der Alltag wieder ein wenig zurückgekehrt, denn die erste Schularbeit wurde in den vergangenen Tagen bereits absolviert. „Sie ist recht zufriedenstellend ausgefallen und unsere Schüler fühlen sich auch gut auf die Matura vorbereitet“, berichtet Ehmayr.

Die insgesamt 28 Maturanten des Stiftsgymnasiums Seitenstetten haben die erste Vorbereitungswoche bereits gut hinter sich gebracht, sie verbringen jeweils drei Tage à vier Unterrichtseinheiten an der Schule – davon drei Stunden geblockt im jeweiligen Maturafach: Deutsch, Mathematik beziehungsweise Englisch oder Latein. „Der 8a steht mit ihren 16 Schülern ohnehin ein großer Klassenraum zur Verfügung, auch die 12 Schüler der 8b halten sämtliche Abstands- und Hygieneregeln ein“, versichert Direktor Markus Berger. „Wir sind diesbezüglich in einer glücklichen Lage, der Gymnasialbereich im Stiftsgebäude ist ja weitläufig.“

Trotzdem gilt dem Schulleiter die Sorge um die Gesundheit als Hauptanliegen, vor allem, wenn es demnächst zu Überschneidungen von Schülergruppen kommt. „Unsere Maturanten sind gut vorbereitet, die österreichische Lösung unter Einbeziehen der Jahresnote halte ich für fair, wenngleich die mündliche Matura auch machbar gewesen wäre“, ist Markus Berger überzeugt. Er bedauert lediglich, dass man keine EU-weite Matura-Lösung hat finden können.