Schrittweise Schulöffnungen: „Der Druck war groß“. Ab Mai werden die Schulen schrittweise wieder geöffnet. Einige organisatorische Fragen sind aber noch offen.

Von Peter Führer und Ingrid Vogl. Erstellt am 30. April 2020 (04:23)
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In den vergangenen Wochen stand an der Neuen Mittelschule Wallsee „Home Schooling“ auf dem Programm. Dennoch gab es auch im Gebäude die Möglichkeit zur Betreuung. In den kommenden Wochen wird sich an den Schulen wieder deutlich mehr abspielen.
NMS Wallsee-Sindelburg

Seit der Vorwoche ist der Fahrplan für die schrittweise Schulöffnung geklärt: Die Abschlussklassen starten am 4. Mai mit dem Unterricht. Für die Sechs- bis 14-Jährigen öffnet der Schulbetrieb ab Mitte Mai, für die 15-Jährigen ab Juni. Der Unterricht soll laut Bundesminister Heinz Faßmann im Schichtbetrieb durchgeführt werden.

In der Neuen Mittelschule Wallsee-Sindelburg nimmt man die Wiedereröffnung erleichtert auf. „Der Druck war sehr groß, dass die Kinder wieder in die Schule kommen. Manche Familien sind am Limit, die Herausforderungen sind auch groß“, erklärt Direktorin Liane Bauernschmiedt. In den vergangenen Wochen hätte man das E-Learning gut umgesetzt. Es sei aber deutlich geworden, dass beim „Home Schooling“ die Schere zwischen den Kindern etwas aufging.

„Der Großteil hat gut gearbeitet, ein kleiner Teil war aber nur schwer erreichbar“, bringt es Bauernschmiedt auf den Punkt. Jetzt sei man dabei, sich organisatorisch auf die Maßnahmen wie Schichtbetrieb vorzubereiten. „Wir müssen uns ansehen, wie wir die Gruppen optimal einteilen können. Das Abstand halten wird kein Problem sein, weil wir große Klassen haben“, betont die Direktorin.

Offene Fragen rund um Situation der Internate

Mit etwas Skepsis sieht man der Schulöffnung in den Volksschulen entgegen. „Ich habe schon ein bisschen Bauchweh dabei“, gesteht Andrea Preißler, Direktorin der Volksschule Haag. Vor allem die Einhaltung der Hygienemaßnahmen könnte zur Herausforderung werden. „Abstand halten ist mit Volksschulkindern schwierig umzusetzen“, gibt sie zu bedenken.

Die Teilung der Klassen sei prinzipiell eine gute Lösung, sagt die Schulleiterin. Sie könne aber aus organisatorischen Gründen zu Schwierigkeiten führen, wenn mehrere Geschwister die gleiche Schule, aber unterschiedliche Klassen besuchen. „Wenn die Eltern wünschen, dass ihre Kinder an den gleichen Tagen in die Schule kommen sollen, dann sehe ich ein Problem, von dem wir noch nicht wissen, wie wir es lösen werden“, erklärt Preißler.

Bei den Berufsschulen geht es für die Abschlussklassen am 4. Mai wieder los. Die restlichen Berufsschüler starten nach den Pfingstferien im Juni. Amstettens Landesberufsschul-Direktor Ewald Übellacker will noch die genaue Verordnung abwarten. Lehrgänge werden derzeit mit Distance-Learning durchgeführt.

„Wir haben auf eine Lernplattform umgestellt und es wird ganz normal Unterrichtsstoff vermittelt. Außerdem führen wir viele Videokonferenzen durch“, erklärt er. Die Lehrabschlussprüfungen sollen mit Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden. Eine offene Frage ist die Situation im Internat. „Wir haben Schüler aus ganz Österreich und brauchen das Internat“, so Übellacker.

Die Situation rund um das Internat sorgt auch beim Mostviertler Bildungshof für offene Fragen. „Die Schulöffnung ist der richtige Schritt, aber wir wissen nicht, wie es hier weitergehen soll“, erklärt Direktor Gerhard Altrichter.