Schulskikurse: Mehr als „nur“ Wintersport. Die NÖN ging der Frage nach, ob Schulskikurse heute noch zeitgemäß sind.

Von Peter Führer. Erstellt am 14. Januar 2020 (04:00)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Ski- und Snowboardfahren erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit. Auch deshalb, weil viele Kinder und Jugendliche den Sport unter anderem bei Schulskikursen kennenlernen. Dabei gibt es in Niederösterreich immer häufiger das Problem, dass Eltern ihren Kindern eine Schulskiwoche nicht mehr finanzieren können. Die NÖN ging der Frage nach, wie es um das Kursangebot im Bezirk steht und wie dieses von Schülern und Eltern angenommen wird.

An der BAfEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) erfreuen sich die Kurse nach wie vor größter Beliebtheit. „Wir haben fast immer eine 100-prozentige Teilnahme und es ist selten, dass wer daheim bleibt“, berichtet BAfEP-Direktor Christof Laumer. Für ihn sind Skikurse nicht nur wegen des sportlichen Angebotes, sondern auch aufgrund der gesellschaftlichen Komponente eines gemeinsamen Aufenthaltes von großer Wichtigkeit. Finanzielle Unterstützung für Schüler, die diese brauchen, gibt es in der BAfEP übrigens vom Elternverein.

Im Stiftsgymnasium Seiten stetten reisen die Schüler der dritten Klasse jährlich in die Berge. Weit über 90 Prozent sind auch hier mit dabei. „Wir bieten die Skikurse an, weil wir überzeugt sind, dass Skifahren eine sinnvolle sportliche Betätigung in der Natur und Teil der österreichischen Kultur ist“, betont Direktor Markus Berger: Es handle sich bei den Kursen um eine relativ günstige Möglichkeit (Kosten pro Woche ungefähr 300 Euro), den Sport zu lernen. „Es ist deshalb so günstig, weil unsere eigenen Lehrer unterrichten“, führt Berger aus. Auch für ihn nimmt der soziale Aspekt eine große Bedeutung ein. Bezüglich Fördermöglichkeiten könnten sich Schüler und Eltern beim Stiftsgymnasium melden.

Skikurse bald wieder an der NMS Mauer

Bei der Neuen Mittelschule Mauer gab es in den vergangenen Jahren keine Skikurse. Das soll sich in Zukunft jedoch ändern. „Wir können das in Zukunft klassenübergreifend anbieten, daher wird es nächstes Jahr für die 2. bis 4. Klassen sicher einen Skikurs geben“, erklärt Schulleiterin Elfriede Geirhofer. Es gebe allerdings schon mehrere Jahre lang einen Wintersporttag, der von den Schülern sehr gut angenommen wird. „Es ist uns wichtig, dass Kinder den Wintersport kennenlernen. Egal ob mit den Skiern oder dem Snowboard oder beim Langlaufen und Schneeschuhwandern“, führt Geirhofer aus. Je nach Einkommen gibt es Unterstützungen vom Jugend-Rot-Kreuz und vom Schulerhalter.

Beim Gymnasium Amstetten leitet Lehrerin Sylvia Spring seit vielen Jahren die Wintersportwoche der 3. Klassen. „Wintersport hat in Österreich einen hohen Stellenwert und Traditionen sollten gepflegt werden. Die Jugendlichen erwartet ein tolles Gemeinschaftserlebnis in herrlicher Bergwelt abseits von Handy und Computer“, ist sie überzeugt. Bei den Kosten schaue man beim Gymnasium auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, die Schüler werden von schuleigenen Ski- und Snowboardlehrern unterrichtet. „Einkommensschwache Familien finden großzügige Unterstützung beim Elternverein unserer Schule. Es gibt auch ein Ansuchen, das an die Bildungsdirektion gerichtet werden kann. Sehr unkompliziert unterstützt in Einzelfällen auch der Lions-Club-Amstetten“, verrät Spring weiter.

Der Elternverein des Gymnasiums Amstetten ist ebenfalls davon überzeugt, dass Schulskikurse eben kein Auslaufmodell sind. „In der Elternschaft und bei den Schülern gibt es eine klare mehrheitliche Positionierung dafür, dass Schulskikurse weiterhin stattfinden sollen. Es gibt eigentlich nur jenen Diskussionspunkt, schneesichere Gebiete und Zeiten, soweit möglich, auszuwählen“, betont Elternvereinsobfrau Claudia Sitz. Die Vorteile seien die Förderung der körperlichen Fitness, das Erlernen oder Festigen des Skisports und die Stärkung der Klassengemeinschaft sowie die Förderung der sozialen Kompetenzen. „Auch meine beiden älteren Söhne haben an den Schulskikursen teilgenommen und waren begeistert. Mein jüngster Sohn wird sicher auch daran teilnehmen“, erklärt Sitz.

Die Schule sei zudem sehr bemüht, die Kosten für die Elternschaft so gering wie möglich zu halten. „Zudem wird auf Wunsch von der Schule ermöglicht, sich das benötigte Equipment vor Ort auszuleihen. Somit ist es einfacher leistbar“, fügt Sitz hinzu.

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