Schulsportstätten für Vereine: „Es entstehen Synergien“. Die Kooperation zwischen Schulen und Vereinen funktioniert im Bezirk zumeist.

Von Peter Führer und Daniela Führer. Erstellt am 10. September 2019 (04:14)
Hudler
In Aschbach werden die Schul-Turnsäle eifrig genützt, wie Bürgermeister Martin Schlöglhofer berichtet. Hier denkt man aufgrund der hohen Nachfrage über einen Hallen-Neubau nach.

Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine häufig ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Groß ist die Nachfrage unter anderem in Aschbach-Markt. Dort werden die beiden Schul-Turnsäle wochentags täglich von 16 bis 22 Uhr von Vereinen, insbesondere von der Sportunion, genutzt. Das funktioniere sehr gut, wie Bürgermeister Martin Schlöglhofer und Union-Obmann Johann Grudl bekräftigen: „Es gibt zwei Mal im Jahr eine Hallenbesprechung, bei der die Belegung festgelegt wird. So kommt es dann auch nie zu Problemen.“

Nur ein Problem gibt es schon in puncto Hallennutzung: „Die Kapazitäten sind eingeschränkt, daher müssen wir mit unserem Angebot eher zurückhaltend umgehen“, berichtet Grudl. Eine Arbeitsgruppe der Gemeinde, bei der auch die Union vertreten ist, beschäftigt sich aber bereits intensiv mit einem Hallen-Neubau. „Mittelfristig braucht es einfach etwas Neues. Unsere Hallen sind schon fast 50 Jahre alt“, erklärt Bürgermeister Schlöglhofer.

„Setzen auf Ehrlichkeit der Benützer“

„Auch unser Turnsaal wird von Vereinen und der Bevölkerung sehr gerne genützt. Der Austausch und die Zusammenarbeit funktionieren“, berichtet Robert Aigner, Direktor der Mittelschule Ardagger. Die Terminkoordination obliegt ihm, es gibt einen genauen Plan, wann wer die Räumlichkeiten nutzen darf. Gerade in den Wintermonaten ist die Nachfrage groß. Beschädigungen seien bis dato kein Problem gewesen. „Wir setzen hier auf die Ehrlichkeit der Benützer, damit sind wir bis jetzt immer gut gefahren. Wenn man den Turnsaal so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat, und sich alle gemäß der Hallenordnung verhalten, dann gibt es keine Schwierigkeiten“, führt der Direktor weiter aus.

Ähnlich positiv bewertet Johann Kashofer, Obmann der Sportunion St. Georgen/Ybbsfelde, die Situation. Der Turnsaal wird unter anderem vom Turnverein und – vor allem im Winter – von den Fußballern genützt. Das gute Miteinander schaffe sogar Synergien. „Es kommt auch vor, dass die Turner neue Geräte kaufen, die dann auch von den Schülern benützt werden können“, berichtet Kashofer. Generell sieht der das Sportangebot in St. Georgen ausreichend. „Die Gemeinde hat ja auch mit dem Outdoor-Bewegungspark viel Geld in die Hand genommen und ein Sportangebot geschaffen.“

In Neustadtl verweist Bürgermeister Franz Kriener darauf, dass man schon bei der Planung des neuen Turnsaales für die Mittelschule eine „halböffentliche Nutzung“ berücksichtigte. „Wir errichten mit öffentlichen Geldern die Gebäude, daher ist es auch mein Verständnis, dass das Gebäude nicht das Eigentum des Lehrkörpers oder der Direktion ist, sondern auch für die Öffentlichkeit nutzbar sein sollte. Von den Vereinen wird der Saal auch gut angenommen.“

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