„Sind auf Coronafall vorbereitet“. Noch gibt es im Bezirk Amstetten keine Infizierten. Viele stellen sich aber darauf ein.

Von Peter Führer. Erstellt am 03. März 2020 (04:58)
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Im Dezember erkrankten die ersten Menschen in China am neuen Coronavirus. Inzwischen gibt es auch schon Fälle in Österreich.
Shutterstock/Jarun Ontakrai

Der Coronavirus hat Niederösterreich erreicht. Zwar war im Bezirk zu Redaktionsschluss noch kein Fall bekannt, dennoch machen sich auch hier viele Menschen Sorgen vor einer Ansteckung und den Konsequenzen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es früher oder später auch im Bezirk zu einem „Coronafall“ kommen wird.

Wie Dr. Gerhard Diridl, Facharzt für Innere Medizin in Amstetten, betont, verringern Händewaschen und – noch besser – das Verwenden von Desinfektionsmittel – die Ansteckungsgefahr. „Außerdem sollte man natürlich nicht in Gebiete reisen, in denen die Erkrankungen auftreten“, führt der Mediziner aus. Er erklärt, dass die Sterblichkeit bei Corona höher ist, als bei der Grippe. Nämlich bei ungefähr drei Prozent (Grippe: 0,5 Prozent) „Bei Über-80-Jähren liegt die Sterblichkeitsrate bei 15 Prozent. Auch bei Grunderkrankungen, etwa an der Lunge oder am Herzen, ist der Virus gefährlicher“, unterstreicht Diridl. Schwierig sei es, die Ausbreitung einzudämmen. Denn bei 80 Prozent der Infizierten gibt es nur geringe Symptome.

„Gesichtsmasken sind nur ein Pseudoschutz“

Durch die mediale Berichterstattung hat es in den letzten Wochen eine stärkere Nachfrage nach Mundschutzmasken gegeben. Diese würden, so Diridl, allerdings keinen umfassenden Schutz bieten. „Für jemanden, der krank ist, macht der Mundschutz schon Sinn, damit er die Krankheit nicht verbreitet. Aber Gesichtsmasken sind für die Gesunden ein Pseudoschutz. Man müsste das Tragen gewöhnt sein, viele greifen sich ja regelmäßig trotzdem ins Gesicht und kommen dann erst recht wieder mit dem Virus in Kontakt“, erläutert er.

Es werde zudem zu wenig beachtet, dass die Infektion auch durch die Bindehäute in den Augen übertragen werden kann. „Wenn also jemand einem in das Gesicht hustet oder nießt und die Flüssigkeit in die Augen gerät, kann das schon genügen. Da sind die Brillenträger etwas im Vorteil.“ Wie Diridl ebenfalls berichtet, arbeitet man bereits intensiv an Medikamenten, die gegen die Krankheit wirken. Ab 1. April soll zudem ein Impfversuch starten.

Sollte es im Bezirk Amstetten zu einer Ansteckung kommen, werden, wie Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer erklärt, „Kreise“ rund um die Person gezogen. Dann müsse man erheben, welche Kontakte es am Arbeitsplatz oder in der Familie gegeben hat. „Wir sehen uns das Umfeld an und setzen die entsprechenden Maßnahmen um. Man muss die Waagschale zwischen gesunder Vorsicht und Panik halten. Sollte ein solcher Fall eintreten, sind wir vorbereitet. Wir rechnen allerdings nicht damit, dass wirklich tiefgreifende Maßnahmen notwendig sein werden“, erklärt Gerersdorfer.

„Besteht kein Grund, in Panik zu verfallen“

Der Ausbruch des Coronavirus hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen Vorräte anlegen. Aus Angst vor Versorgungsproblemen. Beim Zivilschutzverband betont man, dass die Empfehlungen, Vorräte anzulegen, immer gelte. „Wenn jeder Einzelne Eigenverantwortung und Eigenvorsorge übernimmt, dann besteht kein Grund, in Panik zu verfallen. Als Empfehlung gilt, genug Essens- und Getränkevorrat anzulegen, um im Ernstfall zwei Wochen problemlos überbrücken zu können“, führt Sabine Dorner, Bezirksleiterin des NÖ Zivilschutzverbands, aus.

Dazu gehört Trinkwasser (1,5 Liter pro Tag und Person). Lagern sollte man Lebensmittel, die zumindest ein Jahr haltbar sind. Auch stromunabhängige Kochgelegenheiten (Gaskocher, Brennpaste, Gartengriller), Wasser zur Hygiene und zum Kochen und Hygieneartikel seien wichtig. Zur Information eignen sich – bei Stromausfall – Batterieradios. Hausapotheke und Verbandskasten sollten vollständig sein und regelmäßig kontrolliert werden. Nicht zu vergessen: Bargeld im Haus.

Weitere Informationen und Tipps zur Bevorratung gibt es übrigens im Internet unter www.noezsv.at.

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