Virus mit vielen Folgen

VP-Politiker gaben Überblick über Folgen der Pandemie für Wirtschaft, Pflege oder Arbeitsmarkt.

Erstellt am 15. April 2020 | 04:35
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Ungewohnt für Politiker, aber auch für Journalisten: Am Freitag stand eine Video-Pressekonferenz per Skype auf dem Programm.
Foto: Linwol

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Bezirk sind mannigfaltig. Das machte die ÖVP im Rahmen einer Skype-Pressekonferenz am vergangenen Freitag klar. Auch Amstettens Inspektionskommandant Oliver Zechmeister berichtete über die aktuelle Lage.

Arbeitsmarkt. Wie Bezirksparteiobmann Andreas Hanger bestätigte, hatte man seit dem Jahr 1945 nicht mehr mit einer so hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. „Mit Ende März sind 3.615 Personen arbeitslos. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 86,5 Prozent“, führte er aus. Erfreulich sei, dass viele Unternehmer auf Kurzarbeit setzen. Das hätte für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Vorteile.

Pflege. Niederösterreichweit werden 16.000 Menschen durch Haus- und Heimpflege betreut. Fast 9.000 davon durch das Hilfswerk. Die Hotspots der Region sind dabei laut Hilfswerk-Präsidentin Michaela Hinterholzer Amstetten und Aschbach. „Hier hat es auch bei zwei Mitarbeitern Infektionen gegeben, mehr als 20 Mitarbeiter sind in Quarantäne“, berichtete sie. Bei der Hauskrankenpflege gelte der Fokus Sicherheitsvorkehrungen und Hygienevorschriften.

Wirtschaft. Hinterholzer appellierte an die Unternehmen, das Kurzarbeitsmodell in Anspruch zu nehmen. So könne man die Mitarbeiter binden und einen Fachkräftemangel, der zuletzt immer wieder beklagt wurde, verhindern. Während Baustellen und Industriebetriebe weiter arbeiten konnten, ist die Situation für Handelsbetriebe, Ein-Personen-Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sowie die Gastronomie und touristische Betriebe schwieriger. „Ich habe vollstes Verständnis, besonders für Handelsbetriebe, dass sie wieder starten wollen“, so Hinterholzer. Wichtig sei es gewesen, die Liquidität zu erhalten.

Landwirtschaft. Von vielen Initiativen für den regionalen Einkauf berichtete Landtagsabgeordneter Anton Kasser: „Wir spüren, dass das stärker ins Bewusstsein kommt.“ Die Herkunft sei vielen wichtiger geworden. Allerdings gebe es auch Herausforderungen für die Landwirtschaft. Etwa der Borkenkäfer. „Beim Rindfleisch spüren wir außerdem den Rückgang der Gastronomie“, so Kasser.

Abfallwirtschaft. Hier kündigte gda-Obmann Anton Kasser an, dass die Altstoffsammelzentren ab dieser Woche wieder geöffnet werden. „Es gilt aber die ‚1,2,3,4,5-Regel‘: Maximal ein Kubikmeter pro Anlieferung, zwei Meter Abstand, maximal drei Fahrzeuge werden eingelassen, nicht mehr als vier Abfallarten mitnehmen und in fünf Minuten das Gelände wieder verlassen“, führte Kasser aus. In den vergangenen Wochen sei es zu mehr Müll in den Haushalten gekommen. „Der Anstieg war allerdings geringer als erwartet.“

Sicherheit. Dass sich die Bevölkerung im Wesentlichen an die Coronavirus-Maßnahmen hält, das bestätigte Amstettens Inspektionskommandant Oliver Zechmeister. „Die Bevölkerung ist sehr diszipliniert, aber der Druck wird größer, je länger die Krise andauert.“ So steige in Naherholungsgebieten die Fußgänger-Frequenz. „Wir sind daher sehr präsent und weisen auf das Einhalten der Sicherheitsabstände hin. Es kommt auch zu Anzeigen, wenn es notwendig ist.“ Zu einem befürchteten Anstieg der häuslichen Gewalt kam es laut Zechmeister nicht.