Leitungsleck! 70 Haushalte ohne Wasser. Genossenschaft fahndete fieberhaft nach dem Loch. Schließlich half der Zufall das undichte Rohr zu finden. Feuerwehr versorgte Häuser mit Nutzwasser.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. Januar 2018 (05:50)
Gemeinde Biberbach
Am Mittwoch wurde das kaputte Rohr im „Schustergraben-Bach“ ausgetauscht und die Wasserversorgung wieder hergestellt.

Am Dienstag der Vorwoche erhielt der Obmann der Wassergenossenschaft Biberbach, Alfred Edermayr, gegen Mittag eine Alarmmeldung am Handy. Der Wasserspiegel im Hochbehälter war bedenklich abgesunken. Die Versorgung der Haushalte war nicht mehr gesichert.

„Wir haben natürlich sofort begonnen, nach dem Leck im Leitungsnetz zu suchen. Leider hatte es am Vortag geschneit und es stand überall Schmelzwasser. Das machte es schwierig, den Ort zu lokalisieren, an der das Wasser austrat“, berichtet Edermayr.

Edermayr: „Da war der Adrenalinspiegel hoch“

Bis 19 Uhr abends wurde fieberhaft nach der undichten Stelle gesucht, sogar ein Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Wels wurde angefordert. Er gab zwar einen Hinweis auf einen Leitungsbereich mit erhöhter Strömungsgeschwindigkeit des Wassers, das Loch selbst fand aber auch er nicht. Schließlich musste die Suche erfolglos abgebrochen werden.

Schlaf fand Alfred Edermayr in dieser Nacht wenig. „Schließlich bin ich der Hauptverantwortliche für die Wasserversorgung und ich wusste, dass viele Haushalte die ganze Nacht über kein Wasser haben würden. Da war der Adrenalinspiegel hoch“, berichtet der Genossenschaftsobmann. Betroffen waren rund 70 Häuser in den Siedlungen „Am Hang“, „Am Kogl“, „Am Bach“ und teilweise im Ort.

Auch das Gemeindeamt war betroffen. „Wir haben noch am Dienstagnachmittag die Feuerwehr alarmiert, die die Haushalte provisorisch mit Nutzwasser versorgt hat“, berichtet Bürgermeister Johann Hinterleitner.

Mittwochfrüh wurde die Suche nach dem Leck sofort wieder aufgenommen. Letztlich kam den Verantwortlichen ein glücklicher Zufall zu hilfe. „Wir haben beschlossen, die inzwischen abgesperrte Leitung nochmals zu fluten, um so vielleicht einen Hinweis zu bekommen, wo das Loch sein könnte“ berichtet Edermayr.

Glücklicher Zufall half, das Loch zu finden

Und genau so war es dann auch. Das Wasser floss ins Rohr und schob dabei die darin befindliche Luft vor sich her. „Unser Glück war es, dass mein Stellvertreter Johann Bühringer gerade in der Nähe des Schustergraben-Baches stand und dort plötzlich Wasser aufsprudeln sah. Da wussten wir, dass die Leitung im Bach undicht ist.“

Tatsächlich war das Rohr genau in der Bachmitte auf einer Länge von rund 50 Zentimetern aufgerissen und das herausfließende Wasser vermischte sich mit jenem des Gerinnes, wodurch es nicht auffiel. Die Leitung wurde nun auf einer Länge von 18 Metern erneuert und außerdem noch in ein Schutzrohr eingebettet, um künftig Brüche zu vermeiden.

Die Ursache des Schadens ist noch unklar. Geprüft wird, ob Kanalbauarbeiten der Auslöser dafür sein könnten. Auf dem Wasserrohr lagen nämlich schwere Steine, die dort nichts zu suchen hatten, und es aufgescheuert haben könnten.

Der Schaden ist groß. Die Genossenschaft registrierte nämlich schon seit September tägliche Wasserverluste von rund 20.000 Litern, suchte aber vergeblich nach dem Loch. Dass die Versorgung im Ort am 23. Jänner nicht gänzlich zusammengebrochen ist, liegt an einer Notleitung zur Wassergenossenschaft Süd, die im Jahr 2016 fertiggestellt wurde. „Sie hat sich in dieser Krise bestens bewährt“, sagt Edermayr.