Mehr Arbeitslose über 50 im Bezirk Amstetten. Arbeitslosenquote lag 2019 im Bezirk mit 4,3 Prozent deutlich unter Landesschnitt. Vor allem aber ältere Personen konnten von der guten Entwicklung nicht profitieren.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. Dezember 2019 (05:41)
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Das Arbeitsmarktservice- Angebot zu nutzen ist, wenn die Wirtschaft schwächelt, besonders wichtig.
APA/Herbert Pfarrhofer; Markus Sibrawa (Porträt)

„Mit einer Quote von 4,3 % im Bezirk Amstetten blieb die Arbeitslosigkeit gleich niedrig wie im Jahr 2018. Verglichen mit dem NÖ-Durchschnitt von 7,5 % Arbeitslosenquote unterstreicht das die gute Lage am heimischen Arbeitsmarkt“, zieht Harald Vetter, Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice Amstetten, zufrieden Bilanz über das abgelaufene Jahr.

Deutlich gestiegen ist 2019 im Bezirk auch nochmals die Zahl der unselbstständig Beschäftigten auf rund 44.000. Das ist ein neuer Höchstwert. 4.200 offene Stellen hat das Arbeitsmarktservice heuer mit einer passenden Arbeitskraft besetzt und auch für 350 offene Lehrstellen wurden geeignete Bewerber gefunden. „Wir haben die immer noch große Nachfrage nach Arbeitskräften genutzt, um unseren Vermittlungsaufgaben rasch und konsequent nachzukommen“, betont Vetter.

Von der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt haben 2019 auch Personen profitiert, die bereits ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung waren. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Jahresschnitt um 7,9 Prozent auf 244 gesunken. In Bezirk ist von den Menschen ohne Beschäftigung jeder achte von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, im NÖ-Durchschnitt jeder fünfte.

Es gibt aber auch Gruppen, die von der guten Wirtschaftslage nicht profitieren konnten: ältere Arbeitnehmer und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. „Mehr als jeder dritte Arbeitslose ist im Bezirk über 50 Jahre alt: Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um 5,9 % auf 740 Personen angestiegen. Konkret sind 38 % aller Arbeitslosen 50 Jahre oder älter“, sagt Vetter. Bei einem Drittel der Klienten des AMS standen auch gesundheitliche Probleme einer raschen Jobvermittlung im Wege.

Leicht steigende Arbeitslosigkeit

Für das kommende Jahr erwartet der Geschäftsstellenleiter eine leicht steigende Arbeitslosigkeit. „Die Talsohle ist erreicht. Schon seit den Sommermonaten steigt die Arbeitslosigkeit im Bezirk wieder leicht an. Wir rechnen für 2020 mit einer Eintrübung der internationalen Konjunktur. Das wird natürlich auch Auswirkungen auf Österreich und auf den Bezirk Amstetten haben“, sagt Vetter.

Das AMS werde sich aber natürlich weiterhin um rasche und konsequente Vermittlung von Arbeitskräften bemühen, um die Arbeitslosigkeit möglichst kurz zu halten. „Menschen, die keinen Job finden, werden wir auch Ausbildungen anbieten, um deren Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern“, sagt der AMS-Geschäftsstellenleiter.

Ein Schwerpunkt bei der Vermittlung wird auch 2020 auf den arbeitslosen Personen liegen, die älter als 50 Jahre alt sind. Da gibt es für Dienstgeber unter bestimmten Voraussetzungen auch Unterstützung in Form von Lohnkostenzuschüssen. „Wir bieten den Betroffenen selbst natürlich auch Beratung und Orientierung an. Wir lassen niemanden im Stich“, versichert Vetter.