VFI investiert 30 Millionen in Ennsdorf

In Ennsdorf entsteht Österreichs größte Bio-Ölmühle. Sie erhält eine revolutionäre Energieversorgung.

Erstellt am 01. September 2021 | 06:36
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VFI-Betriebsleiter Johann Doppelbauer, Landtagsabgeordneter Karl Moser, Landesrat Max Hiegelsberger, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, Florian, Michael und Klemens Rauch (von links) nahmen den Spatenstich für Österreichs größte Bio-Ölmühle in Ennsdorf vor. 
Foto: Vogl

VFI Oils for Life errichtet bis zum Frühjahr 2023 eine neue Ölmühle und eine Bio-Fermentationsanlage zur Energieerzeugung. Die VFI investiert 30 Millionen Euro, womit das neue Werk die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte ist. „Ennsdorf ist eine sensationelle Gemeinde, wenn es um Unterstützung geht. Es ist ein guter Platz zum Investieren. Das kann man nicht genug unterstreichen“, betonte Geschäftsführer Klemens Rauch im Rahmen der Spatenstichfeier am vergangenen Mittwoch, warum man am bestehenden Standort im Wirtschaftspark weiter investiert.

Bereits in den letzten Jahren hat die Unternehmerfamilie Rauch einige zukunftsweisende Investitionen mit der VFI getätigt. So wurde das Werk in Wels zu einem Vorzeigebetrieb der Lebensmittelindustrie ausgebaut und die dortige Bio-Raffinerie zum Motor des Exports von Bio-Pflanzenölen für die Herstellung von Säuglingsnahrung weltweit. Die Errichtung der ersten Ölmühle in Ennsdorf 2016/17 stellte die Versorgung mit Ölen aus eigener Bio-Pressung sicher.

„Ennsdorf ist eine sensationelle Gemeinde, wenn es um Unterstützung geht. Es ist ein guter Platz zum Investieren.“ VFI-Geschäftsführer Klemens Rauch

In den letzten Jahren war das Werk in Ennsdorf bereits voll ausgelastet und die Nachfrage nach den Produkten stieg weiter. So kam es zur Entscheidung, die Verarbeitungskapazität mit einem zweiten Presswerk zu verdoppeln. „In Zukunft können rund 100.000 Tonnen Ölsaaten pro Jahr verarbeitet werden“, schildert Betriebsleiter Johann Doppelbauer. Es werden bis zu 40.000 Tonnen Öl und an die 60.000 Tonnen Eiweiß-Futtermittel erzeugt. Die Ölmühle Ennsdorf wird Sonnenblumenkerne, Rapssaat, Sojabohnen und Maiskeime verarbeiten. Insbesondere Bio-Sojabohnen sind ein Leitprodukt der österreichischen Bio-Landwirtschaft. Sie leisten einen Beitrag, den Import von Eiweißfutter aus Übersee zu reduzieren und sind somit ein Beitrag zur Schließung der sogenannten „Eiweißlücke“ in der Versorgung Europas mit Eiweißfutter. „Um unsere Ziele für die österreichische Eiweißstrategie zu erreichen, kommt uns das Investment der VFI entgegen“, freute sich Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, die den Spatenstich vornahm, über das Projekt.

Die Ölmühle Ennsdorf versorgt österreichische, deutsche und Schweizer Bio-Futtermittelwerke mit Bio-Eiweißkomponenten und hat bei Bio-Ölen eine weit über Österreich hinausgehende Bedeutung. Es wird speziell für die kontaminantenfreie Produktion von Ölen für die Bio-Säuglingsnahrung konstruiert – ein spezielles Marktsegment, in dem die VFI Weltmarktführer ist.

Neuartige Technologie zur Energiegewinnung

Die neue Anlage wird auch mit einer Schälanlage für Sonnenblumenkerne ausgestattet. Dadurch wird der Eiweißgehalt des Futtermittels gesteigert und VFI wird geschälte Bio-Sonnenblumenkerne für Backwaren, Kornmischungen und Müsli anbieten. „Dafür werden die schönsten Kerne mit einer aufwändigen Sortieranlage von den übrigen getrennt. Die intakten Kerne kommen in Backwaren, aus den zerbrochenen wird Öl gepresst“, informiert Betriebsleiter Johann Doppelbauer.

Die neue Ölmühle erhält aber auch eine revolutionäre Energieversorgung. In der neuartigen Trockenfermentationsanlage werden nämlich Sonnenblumenschalen, Siloausputz, Rückstände aus der Pflanzenöl-Raffinerie und andere pflanzliche Reststoffe zu Biogas fermentiert. So wird aus Abfallprodukten wertvolle Energie, die in der Ölpresse benötigt wird. „Es ist die erste Ölmühle weltweit, die mit dieser Technologie zur Energiegewinnung ausgestattet ist“, erklärt Florian Rauch, Geschäftsführer der VFI und geistiger Vater des Projekts. Mit der neuen Investition werden 13 zusätzliche Industriearbeitsplätze geschaffen.