Apotheker: „Die Menschen waren schon richtig panisch“. Apotheken wurden wegen Atemschutzmasken gestürmt. Mittlerweile ist auch Handdesinfektionsmittel schwer zu bekommen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 03. März 2020 (03:42)
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Apotheker Andreas Hoyer bekam die Unsicherheit der Menschen wegen des Coronavirus am Faschingdienstag deutlich zu spüren.
privat

Das Coronavirus sorgt Tag für Tag für neue Schlagzeilen. Eine Berufsgruppe, die die Unsicherheit der Menschen in den vergangenen Tagen ganz besonders zu spüren bekam, sind die Apotheker. „Überall dort, wo ein Fall aufgetreten ist, wurden die Apotheken innerhalb von vier Stunden förmlich gestürmt“, weiß Andreas Hoyer, Chef der NÖ Apotheker, der auch zwei Apotheken in St. Valentin betreibt.

Welche Ausmaße die Verunsicherung annehmen kann, spürten Hoyer und sein Team am Faschingdienstag selbst, denn am Vormittag war ein Verdachtsfall im nur 20 Kilometer entfernten Linz gemeldet worden. „An einem Tag, wo man normalerweise an alles andere denkt, wurden wir wegen Masken und Desinfektionsmitteln gestürmt. Die Menschen waren schon richtig panisch“, berichtet Hoyer.

„Sie haben uns die Masken förmlich aus der Hand gerissen“ Andreas Hoyer

„Sie haben uns die Masken förmlich aus der Hand gerissen“, ergänzt er. Dabei bieten die Masken keinen wirklichen Schutz gegen das Virus. „Desinfektionsmittel zu verwenden, ist das einzig Sinnvolle. Hygienische Maßnahmen und das Immunsystem zu stärken, hilft viel mehr als jede Maske“, betont der Apotheker, der bei seinen Kunden auch versuchte, Aufklärungsarbeit zu leisten. „Dass die Grundhygiene am wichtigsten ist, können wir schon auswendig runterpredigen. Viele lassen sich auch überzeugen“, weiß der Apotheker.

Dies hatte aber zur Folge, dass mittlerweile nicht nur die Masken ausverkauft sind, sondern auch Handdesinfektionsmittel in Supermärkten, Drogeriemärkten und auch in den Apotheken kurzfristig knapp wurden oder ganz ausgingen. Apotheker wie Andreas Hoyer konnten aber auch in dieser Situation helfen: „Als wir gesehen haben, dass es ausgeht, haben wir Desinfektionsmittel selbst hergestellt.“

Wurden in den letzten Tagen bereits Hamsterkäufe bei Lebensmitteln beobachtet, so kann Apotheker Hoyer von einem ähnlichen Phänomen bei Medikamenten berichten. Ältere Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, würden frühzeitig zum Arzt gehen und sich ein weiteres Rezept ausstellen lassen. „Damit sie eine eiserne Reserve daheim haben“, erklärt Hoyer. Grippemittel seien da aber nicht dabei, erwähnt Hoyer.

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