Osterruhe: Harter Schlag für Handel im NÖ Westwinkel. Dass die Geschäfte im angrenzenden Oberösterreich um Ostern offen sind, ist für die Westwinkel-Betriebe ein harter Schlag.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 31. März 2021 (05:53)
Westwinkel-Projektleiter Alfred Buchberger lässt kein gutes Haar an der Osterruhe.
privat, privat

Ab Donnerstag gilt in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die sogenannte Osterruhe. Der Handel – mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Apotheken – und die körpernahen Dienstleister müssen bis Dienstag nach Ostern wieder schließen. Danach sind auch im Handel Eintrittstests wie beim Friseur vorgesehen.

„Das sind hirnrissige Aktionen, die komplett kontraproduktiv sind.“Ennsdorfs Ex-Bürgermeister Alfred Buchberger

„Wie ich das gehört habe, hat mich fast der Schlag getroffen. Da bemüht man sich seit einem Jahr, um an die Bevölkerung zu appellieren, den regionalen Anbietern trotz wiederholter Lockdowns treu zu bleiben und dann kommt so etwas. Das ist alles absurd und wirft all unsere Bemühungen komplett über den Haufen. Das sind hirnrissige Aktionen, die komplett kontraproduktiv sind“, wettert Alfred Buchberger.

Der ehemalige Bürgermeister von Ennsdorf ist mittlerweile als Projektleiter des Vereins Westwinkel aktiv und kümmert sich um 189 Mitgliedsbetriebe aus den Gemeinden Ennsdorf, Ernsthofen, St. Pantaleon-Erla, St. Valentin und Strengberg.

Dass die Westwinkel-Betriebe an den umsatzstarken Tagen rund um Ostern schließen müssen, sei deshalb „besonders fatal“, weil die gleichen Branchen im unmittelbar benachbarten Oberösterreich offen halten dürfen. „Kennt das Virus die Grenze zwischen Ennsdorf und Enns, Ernsthofen und Kronstorf oder St. Pantaleon-Erla und Mauthausen? Wo wird hier der Gleichheitsgrundsatz angewendet, wie er in der österreichischen Verfassung steht?“, kritisiert Buchberger die Verordnung.

„Dann ist der Kampf um Regionalität verloren“

Die Betriebe in den Grenzgemeinden seien ohnehin ständig einem starken Konkurrenzdruck durch die großen Einkaufszentren in Oberösterreich ausgesetzt. Mit Maßnahmen wie der regional begrenzten Osterruhe würde man diese noch zusätzlich stärken. Noch schlimmere Auswirkungen auf die kleinen Betriebe befürchtet Alfred Buchberger aber durch die geplante Einführung von Eintrittstests.

„Wenn die Betriebe nur mehr nach Vorweis eines Corona-Tests betreten werden dürfen, dann ist unser Kampf um Regionalität wohl endgültig verloren“, befürchtet er. „Glaubt denn wirklich irgendjemand ernsthaft, dass sich die Bevölkerung pausenlos testen lassen will, wenn man zum Beispiel nur rasch ein Buch von der Buchhandlung abholen oder vom Elektrohändler ein paar Batterien besorgen möchte?“, gibt Buchberger zu bedenken.

Abgesehen von der Frage, wer die Tests bei kleinen oder mittleren Betrieben kontrollieren soll, hat der Westwinkel-Projektleiter vor allem ein Horrorszenario vor Augen: „Mit diesen überzogenen Maßnahmen treiben die Verantwortlichen unseres Landes die Menschen geradezu in die Arme der Internetriesen. Da kann man dann ohne Test von zu Hause aus bestellen.“

Umfrage beendet

  • Werdet ihr während der Osterruhe in Oberösterreich einkaufen?