Schulzubau in St. Valentin wird nun zum Landesthema

Ohne Stimmen der Grünen segnete der Gemeinderat den Umbau der Volksschule Langenhart ab. Drei Tage später schalteten sich die Grünen NÖ ein.

Erstellt am 17. November 2021 | 03:11
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So wird die Volksschule Langenhart nach dem Ausbau um über 800 Quadratmeter aussehen. Der Innenhof wird zum Teil überdacht. Baubeginn ist für Juni 2022 geplant. Grafik: Mick-Mittermayr
Foto: NOEN

Im Jahr 2017 startete man in der Volksschule Langenhart mit der Ganztagesschule in verschränkter Form. Bei einer Begehung seitens des Landes stellte sich damals heraus, dass mindestens 300 Quadratmeter an Räumlichkeiten fehlen. Nach einer Corona-bedingten Verschiebung des Projekts wurde im März ein Grundsatzbeschluss zur Erweiterung der Schule samt notwendiger Dachsanierung gefällt. Dieser wurde in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag noch einmal abgeändert.

„Wir wurden vom Land darauf hingewiesen, dass noch zusätzliche Förderungen möglich sind“, erklärt Bildungsstadträtin Andrea Prohaska den Grund für die Änderung des Projekts. So wird etwa pro zwei Volksschulklassen ein Gruppenraum gefördert und bei der Ganztagesschule in verschränkter Form, die man künftig weiter ausbauen möchte, ein Raum für die Nachmittagsbetreuung. Deshalb wird der Zubau nun um über 350 Quadratmeter vergrößert und umfasst insgesamt rund 840 Quadratmeter. Erhöht haben sich dadurch aber auch die Kosten, die von 2,4 auf 3,9 Millionen Euro steigen werden. Der Baubeginn ist für Juni 2022 geplant. Die Bauzeit wird durch die Vergrößerung des Projekts nicht zehn, sondern zwölf Monate betragen.

Für Grüne ist das Projekt „nicht fertiggedacht“

Bei der ÖVP stieß das Projekt trotz der Kostensteigerung auf Zustimmung. „Eine Investition in Kinder ist sehr zu begrüßen. St. Valentin will wachsen, da brauchen wir auch mehr Platz in den Schulen. Wir freuen uns über den Ausbau“, erklärte Stadtrat Andreas Pum. Die Aufstockung und Dachsanierung wurde auch von den Grünen gutgeheißen. Allerdings fordert man eine Verlegung des Eingangs weg von der vielbefahrenen Werkstraße. „Für mich ist das Projekt nicht fertiggedacht“, betonte Grün-Stadtrat Franz Knöbl, dass er nicht zustimmen werde. Keinerlei Kritik kam hingegen von den Freiheitlichen. „In die Zukunft von St. Valentin sollten wir investieren. Eine Schule ist das Wichtigste für eine Stadt, die wachsen und sich weiterentwickeln möchte. Es ist wichtig, dass wir dafür Geld in die Hand nehmen. Wir stimmen natürlich zu“, erklärte FPÖ-Gemeinderat Johannes Lugmayr.

Es ist interessant, dass sich Leute einschalten, die die Situation vor Ort nicht kennen.“ Kerstin Suchan-Mayr Bürgermeisterin St. Valentin

Das Projekt wurde von SPÖ, ÖVP und FPÖ geschlossen abgesegnet. Die drei Mandatare der Grünen enthielten sich der Stimme. Dafür meldeten sich am Sonntag die Grünen NÖ in einer Aussendung zu Wort und erklärten, wie schon Stadtrat Franz Knöbl in der Vorwoche, dass der Umbau der Schule dazu genutzt werden sollte, „den Haupteingang in eine Nebenstraße (Schulstraße) zu verlegen, um die Sicherheit für die Kinder deutlich zu erhöhen“.

Direktoren und Eltern wollen keine Eingangsverlegung

Landessprecherin Helga Krismer ersucht daher die fördernde Stelle des Umbaus im Land NÖ, „auf die Gemeinde St. Valentin einzuwirken, um die Sicherheit der Kinder in dieser Schule künftig stärker zu berücksichtigen und die historische Chance einer Verbesserung der Situation nicht vorbeiziehen zu lassen.“ Im Sinne der Sicherheit der zukünftigen Schüler und deren Eltern ersuchte Krismer um ein „Umdenken“.

Dass der Schulumbau nun auch zu einem Landesthema wird, hat man in St. Valentin mit etwas Verwunderung zur Kenntnis genommen. „Es ist interessant, dass sich Leute einschalten, die die Situation vor Ort nicht kennen“, kommentierte Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr die Aussagen von Helga Krismer. Und sie betont erneut, dass eine Änderung des Eingangs das Grundproblem in der Werkstraße, die täglich von 10.000 Fahrzeugen genutzt wird, nicht lösen wird: „Wenn wir den Eingang verlegen, fährt deswegen kein Lkw weniger an der Schule vorbei. Ich würde mir wünschen, dass die Grünen mit solchem Nachdruck bei der Umfahrung dabei wären, denn da würde man das Problem bei der Wurzel packen.“

Für Bildungsstadträtin Andrea Prohaska ist die Einmischung der NÖ Grünen „Aktionismus pur“. Sie findet es „schade, dass man das am Rücken der Kinder austrägt“ und betont, dass sie die Direktorinnen der Volks- und Sonderschule bei der Ausarbeitung der Umbaupläne immer miteinbezogen habe. Einer Verlegung des Einganges aus Sicherheitsgründen konnten auch sie nichts abgewinnen, denn Kinder, die jetzt auf ihrem Schulweg die Werkstraße queren müssen, werden dies auch bei geändertem Eingang tun müssen.

Außerdem wäre es bei Verlegung des Haupteingangs in die Schulstraße nötig, für breitere Zufahrtsstraßen und Parkzonen zu sorgen. Dafür würde ein Großteil der derzeitigen Grünflächen des Schulgartens verloren gehen, was zum Nachteil der Kinder und der Umwelt sein würde.

Umfrage beendet

  • Soll der Haupteingang der Volksschule Langenhart im Zuge des Umbaus in eine Seitenstraße verlegt werden?