„Es groovt so richtig ...“

Erstellt am 27. Juli 2017 | 05:38
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Doppelte Herausforderung für Christian Dolezal in Haag: Als Hauptdarsteller Don Quijote kämpft er mit seinem Knappen Sancho Pansa (Thomas Mraz) gegen Windmühlen und eingebildete Heere.Als Intendant muss er Besucherzahlen und Finanzen im Blick haben.Simlinger
Foto: NOEN, Wolfgang
Intendant Christian Dolezal über seine doppelte Herausforderung als Intendant und Hauptdarsteller und warum diese Welt auch Phantasten braucht.
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Christian Dolezal: Weil wir hier auf eine lustvolle und poetische Weise erzählen, wie unglaublich wichtig es ist, seine Träume ernst zu nehmen und nach ihnen zu leben. Außerdem haben wir in Haag eine Uraufführung und wagen damit etwas Neues. Vielleicht freut sich das Publikum ja auch darüber, etwas zu sehen, was noch nie zuvor in einem Theater gezeigt wurde. Und mit Thomas Mraz – bekannt aus der Serie „Vorstadtweiber“ – und Magdalena Kronschläger, sind hier zwei Publikumslieblinge am Werk, die in Haag bereits bei anderen Produktionen zu sehen waren.

Wie sind Sie als neuer Intendant überhaupt auf die Idee gekommen, gerade diesen Stoff für den Haager Theatersommer aufzubereiten. Was ist das Faszinierende daran, was hat uns der Roman von Miguel de Cervantes heute noch zu sagen?

Dolezal: Ich möchte damit zeigen, dass die Menschheit zu mehr fähig ist, als nur zu Grauslichkeiten und Destruktionen – wie wir sie täglich in den Nachrichten sehen. Die Menschen sind auch, und vor allem, zu Schönem fähig. Wir brauchen nicht nur die Realisten und Macher, wir brauchen auch die Außenseiter, die Eigenbrödler, die Phantasten – wie eben Don Quijote. Das hat mich an ihm schon als Kind fasziniert.

Wie sind die ersten Vorstellungen angelaufen?

Dolelzal: Es macht riesigen Spaß hier auf der Bühne zu stehen und den Don Quijote zu spielen. Ich muss zugeben, dass ich mich in diese Aufführung verliebt habe.

Mittlerweile haben die Vorstellungen auch noch mehr an Energie gewonnen, weil das gesamte Ensemble schon sehr gut eingespielt ist und gut harmoniert. Jetzt hat das Stück die richtige Leichtigkeit. Es groovt so richtig ...

Für noch Unentschlossene: Warum sollen sie kommen? Was wird Ihnen geboten?

Dolezal: Eine Komödie mit Anspruch, aber mit vielen Gelegenheiten für einen tiefen Schmunzler. Zuviel möchte ich nicht verraten, denn das Publikum soll sich ja auch überraschen lassen.

Wie ist die Arbeit als Intendant. Spannend, herausfordernd?

Dolezal: Verantwortungsvoll, aber auch sehr reizvoll. Denn es geht natürlich auch um Auslastungszahlen und um eine Menge Geld. Andererseits ist es schön, Künstler zusammenzubringen und einen Stoff zum Leben zu erwecken. Das macht mir viel Freude.

Wie lange kann man den Don Quijote noch sehen. Welche anderen Veranstaltungen gibt es noch im Rahmenprogramm.

Dolezal: Den Don Quijote spielen wir noch bis 12. August. Am 4. August laden wir im Rahmenprogramm noch zur Vorstellung von Adi Hirschal mit der Formation „SamOrchester de luxe“ ein. Da darf ich als Gast auch mit dabei sein. Und das Konzert der Haager Band „Zentralorgan“ am Sonntag, 6. August, sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

Weitere Infos und auch Karten: www.theatersommer.at

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