St. Valentiner Akrobaten in Hongkong:„Noch nie gegeben“. Als erste Gruppe überhaupt dürfen die St. Valentiner Akrobaten „The Freaks“ beim großen Neujahrs-Festival in Hongkong in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftreten.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:34)
Martin Fröhlich

Im Jahr 2010 waren „The Freaks“ vom Allgemeinen Turnverein St. Valentin die ersten Sieger der Castingshow „NÖN sucht das größte Talent“. Heute zählt die Akrobatikgruppe rund um Trainer O.C. Ono zu den besten Showteams der Welt und kann auf viele internationale Auftritte zurückblicken.

So waren die Mostviertler, die trotz ihres steilen Aufstiegs immer noch Amateure sind und unter schwierigen Bedingungen in einer mittlerweile viel zu niedrigen Turnhalle trainieren, im Vorjahr Teil des großen chinesischen Neujahrs-Festivals in Hongkong. 150.000 Zuschauer verfolgten das Spektakel vor Ort mit, zusätzliche drei Millionen bei Liveübertragungen im chinesischen Fernsehen und via Livestreams. Mit ihrer Show eroberten die „Freaks“ sogar die Titelblätter der lokalen chinesischen Medien, in denen sie als absolutes Highlight der Silvesterparade hervorgingen.

„Ich habe eine eigene Festplatte nur mit Fotos. Es hat ziemlich lange gedauert, die besten rauszusuchen.“Trainer O.C. Ono über die Gestaltung des Jubiläumsbuchs

Das dürfte auch der Grund sein, warum den österreichischen Akrobaten heuer eine ganz besondere Ehre zuteil wird: Sie werden von 25. bis 28. Jänner wieder in Hongkong auf der Bühne stehen. „Die Einladung dazu kam für uns völlig überraschend, weil das hat es noch nie gegeben, dass eine Gruppe zweimal hintereinander auftreten darf“, ist Trainer O.C. Ono stolz auf den Erfolg seiner mittlerweile knapp 20 Sportler umfassenden Truppe.

Der Ablauf des Riesenevents wird heuer jedoch etwas anders sein. Wurde das Zentrum von Hongkong im Vorjahr in eine große Paradestrecke verwandelt, so wird es diesmal einen eigenen Park mit einer großen Hauptbühne geben. „Wir werden an allen vier Tagen unsere neue Dirndl- und Lederhosen-Show zeigen. Ein Auftritt dauert zwischen zehn und fünfzehn Minuten“, verrät Ono.

Untätig waren die „Freaks“ auch in den letzten Monaten des vergangenen Jahres nicht. Anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums machten sie sich selbst ein Geschenk und gestalteten ein 250 Seiten dickes Buch mit vielen tollen Bildern und Backstagegeschichten, mit denen sie ihre einzigartige Erfolgsgeschichte noch einmal von Beginn an aufleben lassen. „Das war ein relativ kurzfristiges Projekt, bei dem wir alles ganz alleine gemacht haben. Wir haben das Buch auch selbst drucken lassen“, erklärt Ono. Geschrieben wurde es von jenen sechs Mitgliedern der Truppe, die seit der Gründung im Jahr 2009 mit dabei sind. Erhältlich ist es um 55 Euro beim Turnverein und den Mitgliedern der „Freaks“.

Zum 10-Jahr-Jubiläum machten sich die Freaks selbst ein Geschenk und gestalteten ein 250 Seiten dickes Buch mit Backstagegeschichen und vielen Bildern.
privat/Fröhlich

In dem Buch sind auch die wichtigsten Ereignisse des Jubiläumsjahres noch einmal genau nachzulesen. Und davon gab es viele. Neben dem umjubelten Auftritt in Hongkong und vielen anderen internationalen Auftritten durften auch Großevents in Österreich nicht fehlen. So hatten die Niederösterreicher die große Ehre, bei der Eröffnung des letzten Life-Balls am Rathausplatz mitzuwirken. „Zu unserer Überraschung durften wir eine zentrale Rolle einnehmen und unsere Wurfelemente und Pyramiden zur Live-Performance des Oscar-nominierten Songs ,This is me‘ präsentieren“, erinnert sich Ono.

Ein weiteres Highlight folgte dann mit der Weltgymnaestrada in Vorarlberg. Beim internationalen Turnfest, das ähnlich wie die Olympischen Spiele nur alle vier Jahre ausgetragen wird, hatten die „Freaks“ das Privileg, bei der Gala des internationalen Gymnastikverbandes als letzter Act auftreten zu dürfen. Dieser Auftritt hat auch beim Verband bleibenden Eindruck hinterlassen und könnte zum Sprungbrett für das absolute Karrierehighlight der Valentiner werden. Eine Entscheidung darüber fällt im Februar.