Ennsdorfs Bürgermeister Lachmayr zieht Zwischenbilanz. Seit einem Jahr ist Daniel Lachmayr Bürgermeister von Ennsdorf. Anlässlich dieses Jubiläums zog der 32-Jährige eine erste Zwischenbilanz, die positiv ausfiel.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 18. Oktober 2019 (06:46)
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Bürgermeister Daniel Lachmayr mit Isabell Grindling, die Ex-Bürgermeister Alfred Buchberger ab Dezember als Amtsleiterin nachfolgen wird.

Am 4. Oktober 2018 wurde Daniel Lachmayr (SPÖ) zum Bürgermeister gewählt. „Es taugt mir schon, wenn man für die Bevölkerung tätig sein kann und in Ennsdorf etwas umsetzen kann“, zog der 32-Jährige in der Vorwoche zufrieden Bilanz über sein erstes Jahr als Ortschef, das von einem Großprojekt und einigen Herausforderungen geprägt war.

Die erste Herausforderung wartete auf Lachmayr bereits zwei Monate nach Amtsantritt. „Im Dezember hat mir unsere Ärztin gesagt, dass sie nach Oberösterreich geht. Da stehst du einmal da als frischer Bürgermeister“, erinnert sich Lachmayr. Mittlerweile hat sich die Situation entspannt. Der bereits pensionierte Allgemeinmediziner Akbar Rezwan eröffnete eine Wahlarztpraxis, die immer besser angenommen wird. Die Kassenstelle für einen neuen Hausarzt ist weiterhin ausgeschrieben. „Es gibt Interessenten, aber noch keinen fixen Bewerber. Ich bin aber optimistisch, dass wir schnell jemanden finden, wenn die neue Ordination fertig ist“, ist Lachmayr überzeugt. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag werden die Aufträge für die Bauarbeiten vergeben. Im ersten Halbjahr 2020 sollen die Arbeiten dann bereits abgeschlossen sein.

Herausforderungen gleich nach Amtsantritt

Die zweite wichtige Personalangelegenheit betraf die Regelung der Nachfolge von Amtsleiter Alfred Buchberger, Lachmayrs Vorgänger als Bürgermeister, der Ende November in den wohlverdienten Ruhestand tritt. Seine Nachfolge wird nun Isabell Grindling antreten. „Sie ist seit 13 Jahren am Gemeindeamt und war die bestqualifizierte Bewerberin“, berichtet Lachmayr. Grindlings Nachfolgerin für das Bürgerservice ist mit Julia Wartner auch schon gefunden.

Als Bürgermeister eingestiegen ist Lachmayr gleich mit einem Großprojekt: dem 2,4 Millionen Euro teuren neuen Bauhof samt Wasserwehr. Die Pläne wurden noch unter seinem Vorgänger Buchberger erstellt, ebenso die Auftragsvergaben. „So ein Projekt haben wir nicht jedes Jahr“, war der Respekt vor der Aufgabe groß. Umgesetzt hat der Neo-Ortschef aber auch einige kleinere Projekte, die ihm besonders am Herzen lagen. Besonders stolz ist Lachmayr auf den Motorikpark: „Den wollte ich unbedingt umsetzen. So etwas haben noch nicht viele Gemeinden.“ Mit einer Baumpflanzaktion und der Schaffung von Bienenweiden leistete die Gemeinde auch einen Beitrag zum Klimaschutz. „Und das schon vor Fridays for Future“, betont der Ortschef.

Lachmayr blickte anlässlich seines ersten Jahrestages als Bürgermeister aber nicht nur zurück, sondern gab auch einen Ausblick auf die kommenden Projekte. Eines seiner Herzensthemen ist der Ausbau der Geh- und Radwege. „Da haben wir noch Nachholbedarf, damit man in Ennsdorf sicher mit dem Rad oder zu Fuß unterweg sein kann“, sagt Lachmayr.

Viele Vorhaben für die nächsten Jahre

Handlungsbedarf gibt es auch bei der Schaffung von Wohnraum und Bauparzellen. Bereits seit 2017 läuft ein Verfahren bezüglich Flächenwidmung, das jetzt zur Genehmigung beim Land liegt. Grünes Licht gibt es hingegen für die Ansiedelung eines neuen Betriebes, einer Technologiefirma, in der Feldstraße, wodurch 150 Arbeitsplätze entstehen werden. „Vom Interesse her könnten wir ganz Ennsdorf mit Betrieben zubauen, aber das werden wir nicht tun, sondern nur dort, wo es Sinn macht. Wir brauchen Grünflächen, um die Lebensqualität zu erhalten und die ist mir wichtiger als der Profit“, stellt Lachmayr klar.