Schlagabtausch um Vorwurf: „Das ist Rufschädigung“. Ehemalige Fahrer des Stadttaxi Amstetten wehren sich gegen Vorwurf, 57.000 Euro gestohlen zu haben. Unternehmer Riedl zeigte aber drei Ex-Mitarbeiter wegen Betrugs an.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 30. Januar 2019 (04:55)
Schleifer-Höderl
Taxiunternehmer Norbert Riedl bleibt bei den Diebstahls-Vorwürfen.

Vor drei Wochen wurde beim Landesgericht St. Pölten ein Insolvenzverfahren über das vom Ennsdorfer Norbert Riedl betriebene Stadttaxi Amstetten eröffnet. Permanenter Personalmangel und der Umstand, dass sich die Mitarbeiter „drei Jahre lang fleißig in der Kassa bedienten“, seien die Gründe für die Insolvenz, erklärte Riedl damals.

Ein Vorwurf, den die ehemaligen Mitarbeiter nicht auf sich sitzen lassen wollen. „Das ist Rufschädigung. Es gab ja gar keine Kassa, in die wir hätten greifen können“, stellten fünf Taxifahrer, die in den vergangenen drei Jahren für Riedl tätig waren, gegenüber der NÖN klar. Es habe daher gar keine Möglichkeit gegeben, so viel Geld zu entwenden, betonten sie.

„Sie haben von den Kunden kassiert, das Geld aber nicht abgegeben.“Norbert Riedl

Der Großteil der Taxifahrer wurde von Riedl mit einer Bankkarte ausgestattet und hatte die Wochenlosung – im Schnitt um die 1.200 Euro – damit auf der Bank einzuzahlen. „Mir wurde angekreidet, dass ich das Geld nicht eingezahlt habe, obwohl ich Belege von der Bank für diese Wochen habe“, fühlte sich einer der ehemaligen Mitarbeiter zu Unrecht beschuldigt.

Diejenigen, die keine Bankkarte ausgehändigt bekamen, hatten die Wochenlosung im Büro zu hinterlegen. In einem Kästchen, in das man hineingreifen könne, und in einem Büro, das nie abgesperrt gewesen sei. Einen Beweis, dass man das Geld hinterlegt habe, hätte es nie gegeben, kritisierten die Ex-Mitarbeiter. Und sie beschwerten sich darüber, dass sie des Öfteren ihr Gehalt und Sonderzahlungen nicht erhalten hätten.

Das streitet Riedl gar nicht ab. „Sie haben von den Kunden kassiert, das Geld aber nicht abgegeben. Wenn sie weniger abliefern als sie eingenommen haben, gibt es keine Prämien mehr. Da habe ich das Weihnachtsgeld natürlich nicht ausgezahlt“, erläutert Riedl. Er habe ja schließlich Umsatzsteuer gezahlt für Geld, das er gar nicht bekommen habe, betonte der Unternehmer, der gegenüber der NÖN auch seine Buchhaltung offen legte.

Drei Fahrer, die Ende 2018/ Anfang 2019 das Unternehmen verließen, wurden von Riedl jedenfalls wegen gewerbsmäßigen Betrugs angezeigt. Wer von beiden Seiten recht bekommt, werden nun Gerichte zu entscheiden haben.