Bürger kämpfen gegen Trasse. Neu gegründete Bürgerplattform will den geplanten vierspurigen Ausbau der Umfahrung Windpassing-Pyburg verhindern und spricht sich für ennskanalnahe Trasse aus.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 09. September 2020 (06:03)
Die Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing wurde Ende August gegründet. An der Spitze der parteiübergreifenden Bürgerinitiative steht Herbert Pühringer (3. von links), mit dabei sind aber auch die Fraktionsobmänner der FPÖ, Alexander Weprek (7. von links), und der ÖVP, Thomas Wahl (4. von rechts), der geschäftsführende SPÖ-Gemeinderat Martin Huber (6. von links) sowie Anrainer und Landwirte.
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Zwei Jahrzehnte kämpfte Herbert Pühringer an vorderster Front um den Bau der Umfahrung Windpassing-Pyburg. Nun steht der Pensionist erneut an der Spitze einer Bürgerinitiative. Die am 27. August gegründete parteiübergreifende Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing will den vom Land NÖ geplanten vierspurigen Ausbau der Umfahrung verhindern. Als Trasse zur neuen Donaubrücke bevorzugt man die Variante entlang des Ennskanals nach Rems, die ja der Sieger der Vorstudie war, dann aber nicht weiterverfolgt wurde.

„Uns geht es nicht um die Donaubrücke. Die begrüßen wir und die gehört dort hin, wo sie jetzt geplant ist“, stellt Herbert Pühringer klar. Die geplante Trasse, die den vierspurigen Ausbau der Umfahrung vorsieht, hält er jedoch für „politische Unvernunft“. Pendelt jemand von St. Valentin nach Perg, dann hat er auf der geplanten Trasse pro Wegstrecke fünf Kilometer mehr zurückzulegen als bei der ennskanalnahen Trasse. In Summe sind das in einem Jahr über 2.600 Kilometer. „Das sind 38 Stunden pro Jahr Zeitaufwand. Also eine ganze Arbeitswoche, die man sinnlos im Auto sitzt“, schildert Pühringer. Pro Pendler ergebe das auch ein Plus von 0,3 Tonnen CO 2 . Außerdem sei die Variante, die durch ein Überflutungsgebiet führt und Auwald vernichtet, um 12 Million Euro teurer.

 „Da könnten dann auch Flieger landen.“ Herbert Pühringer über die 27 Meter breite Asphaltfläche, die durch den vierspurigen Ausbau der Umfahrung im Bereich der zweispurigen Hafenaufschließungsstraße entstehen würde

 Unverständnis über den Plan des Landes äußert auch SPÖ- Gemeinderat Martin Huber. „Die Umfahrung wurde mit viel Geld umgesetzt. Mit der Variante des Landes muss man den Radweg wieder abreißen, der Begleitweg kommt weg und der Kreisverkehr Windpassing wird wieder rückgebaut und es kommt eine Ampelregelung. Allein das kostet Millionen“, betont Huber.

Unerträgliche Lärmbelästigung und Stauflüchtlinge, die wieder durch den Ort ausweichen, befürchten die Anrainer in Windpassing. Sie kritisieren, dass die geplante Trasse vor allem Ennsdorf mit mehr Verkehr belaste. „Jeder will die Brücke, aber keiner will den Verkehr. Den soll nur Ennsdorf schlucken. Das geht nicht, dass da einer überbleibt“, spart auch FPÖ-Fraktionsobmann Alexander Weprek nicht mit deutlichen Worten.

Die rot eingezeichnete Trasse entlang des Ennskanals Richtung OMV-Tanklager in Rems ist die Variante, die man in Ennsdorf bevorzugen würde.
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Dass an der geplanten Trasse nichts mehr geändert werde, damit will sich die Bürgerplattform nicht abfinden. „Wir werden nicht aufgeben“, gibt Herbert Pühringer die Marschroute vor. Er wird Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko ein Schreiben zukommen lassen und ihn um ein Treffen vor Ort ersuchen. Sollte das nicht gelingen, dann werde man auch vor Aktionen wie Straßenblockaden nicht zurückschrecken, betont Pühringer. Als erster Schritt, um die Bürgerplattform und ihre Anliegen publik zu machen, werden diese Woche in Ennsdorf und Windpassing Transparente aufgestellt, via Beiblatt in der Gemeindezeitung sucht man weitere Unterstützer.