Bürgermeister nach Gespräch: „Wir waren schockiert“

Ennsdorfs Bürgermeister Lachmayr kritisiert nach dem Gespräch mit Vertretern des Landes weiterhin die Pläne für den vorgesehenen vierspurigen Ausbau der Umfahrung.

Erstellt am 07. Oktober 2020 | 04:31
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Die Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing plant bereits die nächste Protestaktion gegen den vierspurigen Ausbau der Umfahrung.
Foto: Vogl

Zwei Vertreter der Abteilung Landesstraßenplanung des Landes NÖ standen dem Ennsdorfer Gemeinderat und der Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing in der Vorwoche Rede und Antwort. Das Ergebnis des Gespräches war für die Ennsdorfer aber ernüchternd. Die Fronten bleiben weiterhin verhärtet, die Meinungen gehen nach wie vor weit auseinander.

Dass man die geforderten Unterlagen (Verkehrszählung und Kosten-Nutzen-Analyse) bekommen habe, rechnete Bürgermeister Daniel Lachmayr den Beamten noch hoch an. Mehr positive Aspekte konnte der Ortschef an dem Gespräch dann aber nicht mehr finden. „Wir haben Fragen stellen können, aber die sind ungenügend beantwortet worden. Unseren Hauptkritikpunkt, dass es kein Gesamtkonzept gibt, haben sie nicht entkräften können. Wir waren schockiert über die schlechte Planung. Auf die Frage, wie es mit dem Verkehr weitergeht, wenn die Straße von vier auf zwei Spuren zusammenkommt, haben sie gesagt, dass man das nicht so genau untersucht habe“, übt Lachmayr heftige Kritik an den Gesprächspartnern des Landes. Auch der Sprecher der Bürgerplattform, Herbert Pühringer, zieht über das Gespräch keine positive Bilanz. Sowohl die Gemeinde als auch die Bürgerplattform baten daher Landesrat Ludwig Schleritzko in einem Schreiben um ein persönliches Gespräch. „Er hat das ja entschieden. Die Beamten machen nur, was ihnen angeschafft wird“, erklärt Lachmayr. Zudem habe das Treffen mit den Straßenplanern die Ennsdorfer darin bestärkt, „dass wir mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Trasse ankämpfen“.

Eine Ankündigung, die Christof Dauda, den Leiter der Abteilung Landesstraßenplanung, wenig beeindruckt. „Es wäre unseriös, wenn wir aufgrund von Druck von außen anfangen, die Trasse zu verschieben. Ich mache das nicht, ich muss mich selber noch in den Spiegel schauen können. Die Variante 12 ist es“, stellt er klar, dass aus Sicht des Landes kein Weg am Ausbau der Umfahrung vorbeiführt. Und er streut noch Salz in die Ennsdorfer Wunden. „Sie sind ja selber schuld. Wir sind erst durch die Resolutionen der Gemeinden auf diese Variante gekommen. Sie war vorher kein Thema.“

Dass man nicht untersucht habe, wie es nach der vierspurigen Umfahrung mit dem Verkehr Richtung Asten weitergeht, bestätigt Dauda. „Ich kann nicht bei 13 Varianten einen Umkreis von 30 Kilometern ziehen. Das geht nicht. Wir müssen das Planungsgebiet räumlich eingrenzen.“