Donaubrücke Mauthausen: Warten auf Umfahrungs-Lösung. Ennsdorf präsentierte Land Bedenken bei Ausbau der Umfahrung. Bürgerplattform will Gemeinde nicht mehr unterstützen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 25. Juni 2020 (04:55)
Herbert Pühringer fühlt sich von der Politik im Stich gelassen.
Vogl

Die Mauthausner Donaubrücke ist in die Jahre gekommen und muss im Jahr 2027 endgültig für den Verkehr gesperrt werden. Dass eine neue Donaubrücke gebaut werden soll, darüber sind sich die Länder Niederösterreich und Oberösterreich einig. Ob diese am bisherigen oder an einem neuen Standort entstehen soll, wird seit geraumer Zeit geprüft.

Eine Variante würde den vierspurigen Ausbau der im Oktober 2017 in Betrieb genommenen Umfahrung Windpassing/Pyburg vorsehen und somit die Gemeinde Ennsdorf massiv treffen.

Da diese Variante auf massiven Widerstand stößt, verabschiedete der Gemeinderat am 12. März eine Resolution, die einstimmig beschlossen wurde. „Es braucht ein Gesamtkonzept“, stellte Bürgermeister Daniel Lachmayr damals klar. Dieses müsse Pläne für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, einen Autobahnanschluss und die in St. Valentin geplante Umfahrung Langenhart mitberücksichtigen.

Land informierte sich vor Ort über Bedenken

Bei einer Besprechung mit Vertretern der Straßenbauabteilung des Landes NÖ konnte die Gemeindeführung nun ihre in der Resolution dargelegten Bedenken genauer präsentieren.

„Wir haben dargelegt, wo die Problemstellungen liegen und dass wir in der Region Verkehrsprobleme haben, die seit Jahren auf eine Lösung warten und nicht im Einfluss der Gemeinde liegen“, schildert Lachmayr.

So würden etwa trotz Umfahrung weiterhin rund 500 Lkws täglich durch das Ortsgebiet von Ennsdorf fahren. „Man kann nicht neue Probleme schaffen, wenn alte noch nicht gelöst sind“, stellt der Ortschef klar, dass er sich eine Lösung erwartet.

„Wir haben gut zusammengearbeitet, aber ich kann es nicht jedem recht machen.“Ortschef Daniel Lachmayr über Herbert Pühringers angekündigten „Liebesentzug“

Im Kampf gegen den vierspurigen Ausbau der Umfahrung hat Lachmayr nun aber einen Unterstützer weniger. Herbert Pühringer von der Bürgerplattform Windpassing/Pyburg, der 20 Jahre an vorderster Front für die Umfahrung gekämpft hatte und den Bürgermeister im Wahlkampf noch unterstützt hatte, fühlt sich von der Politik im Stich gelassen und kündigte einen „Liebesentzug“ an.

„Wir haben gut zusammengearbeitet, aber ich kann es nicht jedem recht machen“, erklärt Lachmayr dazu. So sei das von Pühringer gewünschte Fahrverbot durch Windpassing und Pyburg nicht realisierbar. „Es gibt da ja auch Gewerbetreibende, die um ihr Geschäft fürchten. Pühringer sieht nur Windpassing, ich muss aber auf die gesamte Gemeinde Ennsdorf schauen“, gibt Lachmayr zu bedenken.

Dass er den Bürgermeistern von Ennsdorf, St. Valentin und St. Pantaleon-Erla die Schuld am im Raum stehenden vierspurigen Umfahrungs-Ausbau gibt, formulierte Pühringer auch in einem Schreiben an die Landesräte Schleritzko (NÖ) und Steinkellner (OÖ). „Die ganze unnötige Diskussion ist nur dadurch entstanden, weil drei Gemeinden auf einmal die Umfahrungsstraße ins Spiel brachten. Zu meinem Bedauern hat die Gemeinde Ennsdorf diesen Unsinn mit zu verantworten“, schrieb Pühringer.