Neue Donaubrücke: UVP ist eingereicht

Erstellt am 13. Juli 2022 | 06:09
Lesezeit: 3 Min
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Nach der Fertigstellung der Neuen Donaubrücke soll für die bestehende Mauthausner Donaubrücke ein neues Tragwerk und eine neue Vorlandbrücke errichtet werden. Als möglicher Baubeginn wird vom Land NÖ derzeit das Jahr 2028 genannt.
Foto: Vogl
Abänderungsantrag zur Anbindung der neuen Donaubrücke wurde im Landtag abgelehnt. Ennsdorf kämpft trotzdem weiter.
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Am vergangenen Donnerstag stimmte der Landtag über die Verkehrsanbindung der geplanten neuen Donaubrücke ab. Die Hoffnung der Gemeinde Ennsdorf und der Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing, die im Vorfeld allen Abgeordneten via Mail ihre Bedenken zur geplanten Variante mitgeteilt hatten, blieb unerfüllt. Der von der SPÖ eingebrachte und von den Grünen und den NEOS unterstützte Abänderungsantrag, der auch eine Überprüfung der Varianten hinsichtlich des Bodenverbrauchs vorsah, wurde abgelehnt, die Variante 12 mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ beschlossen.

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Ennsdorfs Bürgermeister Daniel Lachmayr will sich mit der Variante 12 noch nicht abfinden.
Foto: Gemeinde

„Wir haben damit gerechnet, dass es so kommt. Dass der Westwinkel der Landes-ÖVP kein Anliegen ist, wissen wir schon lange. Das war bei der Umfahrung Windpassing-Pyburg so und man sieht auch bei der Umfahrung Langenhart, dass sich das Land nicht engagiert. Das hat seit Jahren System“, spart Ennsdorfs Bürgermeister Daniel Lachmayr nicht mit heftiger Kritik. „Wir brauchen eine Entlastung und keine weitere Belastung“, stellt er zum wiederholten Male klar.

Suchan-Mayr brachte den Abänderungsantrag ein

In die gleiche Kerbe schlug auch St. Valentins Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, die den Abänderungsantrag im Landtag einbrachte. Sie betonte, dass die Notwendigkeit einer neuen Brücke allen bewusst sei und man auch nichts verzögern wolle, aber es brauche „ein funktionierendes Verkehrskonzept für die gesamte Region“. Sie warnte davor, dass das geplante Projekt mit allen rechtlichen Mitteln bekämpft werde, was Zeit koste, die aufgrund der maroden bestehenden Brücke nicht mehr da sei. Das Land Niederösterreich gefährde so die Mobilität in der Region.

Dass man weiterkämpfen werde, bestätigt auch der Ennsdorfer SPÖ-Bürgermeister. „Die Sache ist politisch gelaufen, aber jetzt versuchen wir, unsere Forderungen juristisch umzusetzen. Wir können keine zusätzliche Verkehrsbelastung akzeptieren. Wir versuchen jetzt, bei der UVP mit unseren Argumenten zu punkten und das Beste für Ennsdorf herauszuholen“, gibt sich Daniel Lachmayr weiter kämpferisch.

Vierspuriger Ausbau der Umfahrung ist gefallen

Das Projekt wurde noch am Freitag von den Bundesländern Oberösterreich und Niederösterreich zur UVP eingereicht. Es sieht den Bau einer neuen Donaubrücke und Vorlandbrücke rund 700 Meter stromabwärts der bestehenden Brücke als Verbindung zwischen der B3 (OÖ) und der B123 (NÖ) mit zwei Fahrstreifen sowie einem Geh- und Radweg vor. Auf niederösterreichischem Gebiet führt die Trasse nach Westen zum Knoten Pyburg und mündet in die bestehende Umfahrung ein. Nicht mehr vorgesehen ist derzeit ein Ausbau der Umfahrung auf vier Fahrstreifen, da sich „im Laufe der Vorplanungen herausgestellt hat, dass der vierspurige Ausbau der Umfahrung Pyburg-Windpassing aufgrund der zu erwartenden Verkehrsmengen nicht erforderlich ist“, heißt es in einer Aussendung von Landesrat Ludwig Schleritzko. Dadurch komme es in diesem Abschnitt zu keinen wesentlichen zusätzlichen Versiegelungen von Bodenflächen und auch der vorhandene Radweg könne neben der Umfahrung bestehen bleiben.

Als möglicher Baubeginn wird 2024 genannt. Die prognostizierten Kosten betragen auf Basis des aktuellen Einreichprojekts rund 168 Millionen Euro, was einer Preissteigerung von 34 Prozent gegenüber der letzten Schätzung aus dem Jahr 2018 entspricht.

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