Neue Donaubrücke: Protest der etwas anderen Art. Bei einem Spaziergang durch die Pyburger Au informierte Bürgerplattform über Auswirkungen der geplanten Trasse.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 14. April 2021 (04:43)
Ein Teil der 75 Teilnehmer, die am Samstag mit FFP2-Masken durch die Pyburger Au spazierten. 3,4 Hektar Naherholungsgebiet und Lebensraum für Tiere würden durch die geplante Anbindung der neuen Donaubrücke zerstört. Fotos: Vogl
Vogl

75 interessierte Bürger aus Ennsdorf und St. Pantaleon-Erla folgten am Samstag trotz Ausgangsbeschränkungen dem Aufruf der Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing zum Protestspaziergang in der Pyburger Au.

Nachdem man als Protest gegen den vom Land geplanten vierspurigen Ausbau der Umfahrung Pyburg-Windpassing bereits zweimal den Kreisverkehr in Windpassing blockiert hatte, informierte die Bürgerplattform diesmal vor Ort über die Auswirkungen der geplanten Trasse (Variante 12) auf das Auwald-Gebiet.

Während des einstündigen Spaziergangs standen die Mitglieder der Bürgerplattform für sämtliche Fragen der Bürger zur Verfügung und präsentierten den genauen Verlauf der Trasse.

Zuvor wiederholte Herbert Pühringer, der Sprecher der Bürgerplattform, noch einmal die bereits bekannten Kritikpunkte am Projekt. „Das Land gibt 140 Millionen Euro aus, ohne dass ein einziger Ort entlastet wird“, erklärte er, dass das Verkehrsaufkommen in den Gemeinden im Gegenteil sogar bis zu 50 Prozent zunehmen werde. Er kritisierte auch, dass die Trasse in einem Überschwemmungsgebiet geplant sei.

„Bei einem Hochwasser können die Wildtiere aufgrund der massiven Verbauungen nicht flüchten. Sie ersaufen erbärmlich“, gab Pühringer zu bedenken. Zudem werden durch den Bau der Straße 3,4 Hektar wertvolles Naherholungsgebiet auf Jahrzehnte zerstört. Das wäre bei der in Ennsdorf bevorzugten Ennskanal-Variante nicht der Fall. „Dafür müsste kein einziger Baum fallen“, erläuterte Pühringer.

Mit dabei beim Protestspaziergang war auch Ennsdorfs Bürgermeister Daniel Lachmayr. „Wir als Gemeinde unterstützen den Protest“, stellte er klar. Und der Ortschef sparte auch diesmal nicht mit Kritik. „Inakzeptabel“ sei für ihn vor allem die entstehende Mehrbelastung durch den zunehmenden Verkehr. Im Magen liegt ihm auch die Zerstörung der Au. „In einer Region, in der wir ohnehin schon eine negative Waldbilanz haben, soll Waldgebiet nun mit Bypässen durchschnitten werden“, kritisierte Lachmayr.

Das Engagement der Bürgerplattform gefällt übrigens auch nicht allen. So erhielt Sprecher Herbert Pühringer zuletzt bereits anonyme Briefe und die im Au-Gebiet aufgestellten Plakate wurden in der Nacht auf Samstag zum Teil umgerissen oder überklebt. Die unmissverständliche Botschaft darauf: „Geh scheißen Bertl! Keine Pühringerautobahn durch unsere Gemeinde!!! Das sind wir unseren Kindern schuldig!“