Wirtschaft macht Druck für neue Donaubrücke. Unternehmer aus Nieder- und Oberösterreich fordern den Bau einer neuen Donaubrücke und wollen den Prozess mit einer Informationskampagne beschleunigen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 07. November 2017 (04:56)
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Karl Hasenöhrl, Leonhard Helbich-Poschacher, Gerhard Fischer, Markus Formann und Josef Scheuchenegger (von links) präsentierten am vergangenen Freitag die Initiative „DoNeubrücke – Zukunft für die Region“.
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Wer am Weg zu seinem Arbeitsplatz über die Mauthausner Donaubrücke muss, der braucht viel Geduld und gute Nerven. Staus und damit verbundener Zeitverlust stehen regelmäßig an der Tagesordnung. Das Nadelöhr Donaubrücke ist aber auch ein Problem für die Wirtschaftstreibenden diesseits und jenseits der Donau.

„Wenn ich von meiner Firma nach Mauthausen will, brauche ich am Abend für die drei Kilometer 50 bis 55 Minuten“, schildert etwa der St. Pantaleoner Unternehmer Karl Hasenöhrl.

Länder kommen bislang auf kein Ergebnis

Dass die ständigen Verkehrsbehinderungen zu einer Einschränkung der Lebensqualität der Arbeitnehmer und Anrainer sowie zu einem Wettbewerbsnachteil für die Unternehmen führen, ist eine Tatsache. Dass die im Jahr 1961 für den Verkehr freigegebene und mittlerweile sanierungsbedürftige Brücke den jetzigen Anforderungen mit 22.000 Fahrzeugen täglich nicht mehr gewachsen ist, ebenso.

Dass Nieder- und Oberösterreich seit Jahren über den Bau einer neuen Brücke diskutieren, aber auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, ist ebenfalls kein Geheimnis. Das wollen die Unternehmer aus dem Raum Ennsdorf, St. Pantaleon-Erla und Mauthausen nun nicht mehr länger hinnehmen. Aus diesem Grund gründeten sie die Initiative „DoNeubrücke – Zukunft für die Region“.

Initiative findet breite Unterstützung

106 in der Region ansässige Betriebe wurden zur Initiative eingeladen. „Rund 50 Prozent der angesprochenen Firmen machen mit. Davon sind etwa die Hälfte aus Niederösterreich und die Hälfte aus Oberösterreich“, weiß Projektkoordinator Markus Formann. Ziel der Initiative ist es, mit einer Informationskampagne mittels Plakaten, Anzeigen, Blogs und aktiver Medienarbeit das Thema Brücken-Neubau über einen längeren Zeitraum im Fokus zu halten und so Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben.

„Wir werden uns sicher nicht mehr mit einer Ankündigungspolitik zufrieden geben, wie es in der Vergangenheit häufig passiert ist. Auch eine Schmalspurlösung in Form einer Minimal-Sanierung kommt für uns nicht in Frage. Wir wollen eine Lösung, die die Situation nachhaltig verbessert“, stellt Leonhard Helbich-Poschacher klar, in dessen Unternehmen in Mauthausen die Initiative am vergangenen Freitag präsentiert wurde.

„Schmalspurlösung kommt nicht in Frage“

Dass es den Unternehmen nicht um Schuldzuweisungen für Versäumnisse in der Vergangenheit geht, sondern um „taugliche Lösungen für die Zukunft“, betont Gerhard Fischer, Betriebsrat bei Maschinenbauer Salvagnini in Ennsdorf. Die Zeit für eine neue Brücke drängt nämlich gleich aus mehreren Gründen.

Zum einen nagt an der Brücke der Zahn der Zeit und eine Sperre für eine Sanierung ist im nächsten Jahr unausweichlich. Zum anderen fürchten manche Unternehmer wegen des beschwerlichen Wegs zur Arbeit um ihre Mitarbeiter. „Langjährige Kollegen verlassen uns, weil sie ihre Zeit anders verbringen wollen als im Stau. Das ist ja verlorene Familienzeit“, berichtet Josef Scheuchenegger, Betriebsrat der Firma Engel.

Dass sich eine neue Donaubrücke nicht von heute auf morgen verwirklichen lässt und auch bei einer raschen Entscheidung noch einige Jahre ins Land ziehen werden, ist den Mitgliedern der Initiative natürlich bewusst. Je nach Standort kann nämlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig werden. „Mit Umweltverträglichkeitsprüfung ist mit zehn Jahren zu rechnen, ohne mit fünf bis sieben Jahren“, weiß Karl Hasenöhrl.