Startschuss für Umbau: Ordination statt Bauhof. Die Gemeinde Ennsdorf investiert 450.000 Euro in eine neue Arztpraxis in der Wiener Straße. Am vergangenen Freitag erfolgte der Spatenstich.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 30. Oktober 2019 (03:45)
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Baumeister Franz Schatz, Architektin Theresa König, Bürgermeister Daniel Lachmayr und Vizebürgermeister Walter Forstenlechner (von links) nahmen den Spatenstich für die neue Arztpraxis vor.
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Seit April ist die Kassenstelle für einen Allgemeinmediziner in Ennsdorf unbesetzt, seit Dezember des Vorjahres ist sie bereits offiziell bei der Ärztekammer ausgeschrieben. Es gibt zwar Interessenten, aber bis dato keinen einzigen Bewerber. Das soll sich künftig ändern. „Die Attraktivität eines Hausarztes in mittelgroßen Gemeinden und Landgemeinden ist gesunken. Wir haben erkannt, dass wir gegensteuern müssen und ein attraktives Angebot schaffen müssen“, erklärt Bürgermeister Daniel Lachmayr. Der erste Schritt dazu wurde am vergangenen Freitag mit dem Spatenstich für eine neue Arztpraxis gesetzt.

Ehemaliger Bauhof wird aus- und umgebaut

Nachdem die bisherige Hausarzt-Ordination in Privatbesitz ist und zudem nicht mehr den Anforderungen der modernen Zeit entspricht, war sich der Gemeinderat einig, eine neue Praxis errichten zu wollen. Mit dem ehemaligen Bauhof in der Wiener Straße 40 war auch schnell das perfekte Gebäude für die neuen Ordinationsräumlichkeiten gefunden. „Das ist ein idealer Standort – mitten in Ennsdorf und auch der Kindergarten und die Schule sind in der Nähe“, begründet Lachmayr die Investition von 450.000 Euro. Mit der Planung des Projekts wurde Architektin Theresa König vom Linzer Büro „Kontur“ beauftragt.

Die gebürtige Ennsdorferin, die sich besonders freut, in ihrer Heimatgemeinde ein Projekt umsetzen zu dürfen, stellte ihre Pläne bei der Spatenstichfeier näher vor. „Wir orientieren uns am Bestand und der Zubau verlängert den Bestand“, erklärte König. An das 100 Quadratmeter große Gebäude wird nämlich in Richtung Wiener Straße ein 80 Quadratmeter großer Zubau in Holzriegelbauweise errichtet. „Wir rücken in den vorderen Bereich, damit die Praxis gut sichtbar ist“, erläuterte die Architektin. Bestehen bleibt auch der große Baum, der bei der Planung berücksichtigt wurde und künftig eine Art Verkehrsinsel bilden wird.

Gestartet wird mit dem Bau bereits im November. Fertiggestellt sein soll die Praxis in der ersten Hälfte des Jahres 2020. Im Optimalfall soll bis dahin auch ein neuer Hausarzt gefunden sein. „Wenn man sieht, dass hier etwas Tolles entsteht, bin ich zuversichtlich, dass sich interessierte Ärzte verstärkt melden und bewerben werden“, ist Daniel Lachmayr zuversichtlich.