Viel zu wenig Birnen. Wenig zu lachen haben die Mostbarone im Bezirk Amstetten derzeit, denn die Birnbäume tragen kaum Früchte. Es könnte sogar schwierig werden, die Gourmet-Moste zu produzieren.

Von Hermann Knapp und Andreas Kössl. Erstellt am 27. September 2016 (05:57)
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Mostbaron Hans Hiebl rätselt über die Ursachen der schwachen Ernte. Foto: Knapp
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Eigentlich sollte die Birnenente auf Hochtouren laufen, doch es gibt nicht viel zu pflücken. „Die Bäume tragen kaum Früchte. Warum das so ist, wissen wir nicht, denn die Witterung hätte eigentlich gepasst. Manche Mostsorten wird es heuer wohl nicht geben – bei mir zum Beispiel die Speckbirne“, sagt der Obmann des Obstbauverbandes im Bezirk, Mostbaron Hans Hiebl aus Haag.

„Im Frühjahr waren wir noch optimistisch“

Bei den Mischmosten ist die schlechte Birnenernte kein Beinbruch, da wird heuer eben der Apfelanteil höher sein. Sorgen bereitet den Mostbaronen ob der schlechten Ernte vor allem ihre Gourmet-Most-Schiene. „Denn da haben wir uns auf bestimmte Birnensorten festgelegt und manche gibt es heuer kaum. Ob unsere Reserven ausreichen, werden wir sehen.“ Das ist natürlich eine Hiobsbotschaft, denn der Markt hat die Gourmetmoste gut angenommen. Im Vorjahr wurden rund 10.000 Flaschen abgefüllt.

Auch Mostbaron Toni Distelberger aus Gigerreith rätselt über die Gründe für die schlechte Ernte. „Im Frühjahr waren wir noch optimistisch und die Blüte war nicht schlecht, aber im Sommer sind dann immer mehr Früchte einfach abgefallen. Vielleicht war doch das feuchte Wetter der Grund dafür.“

Der Primus der Mostbarone, Bernhard Datzberger, glaubt, dass die Ursache für die schlechte Ernte in der Hitze des Vorjahres zu suchen ist. „Die Bäume waren geschwächt, darum sind die Früchte heuer zu früh abgefallen – und das leider flächendeckend.“ Auch Datzberger glaubt, dass es schwierig werden wird, den Markt für Birnenmost zu bedienen.

Auch der Kematner Most- und Saftproduzent Ferdinand Litzellachner berichtet von einer ganz schwachen Birnenernte. „Wir haben nicht mal die Hälfte der Menge vom Vorjahr. Zuletzt hatten wir ein solch schlechten Ertrag vor 15 Jahren.“ Er führt das auf die länger anhaltende Kälte im Frühjahr und ebenfalls auf die von der Trockenheit im Vorjahr geschwächten Bäume zurück.

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