Die Wirtschaft im Mostviertel erwacht

Erstellt am 15. April 2020 | 05:00
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Auch Pro Ybbs-Obmann Wolfgang Geyrecker (links) sperrt sein Schuhfachgeschäft in Ybbs wieder auf, allerdings vorerst nur vormittags.
Foto: Eplinger
Langsam, aber sicher: Geschäfte mit 400 m² Fläche dürfen nach Ostern wieder aufsperren.
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Erstes Aufatmen im österreichischen Einzelhandel. Seit Dienstag dürfen Geschäfte unter 400 m² Verkaufsfläche sowie Garten- und Baumärkte (unabhängig ihrer Verkaufsflächengröße) unter Einhaltung aller gesundheitlichen und hygienischen Vorschriften wieder öffnen.

Der tägliche Umsatzverlust im stationären Einzelhandel wird sich laut einer aktuellen Studie von Standort+Markt von derzeit rund 110 Millionen Euro auf knapp 80 Millionen Euro reduzieren. Anstelle von 59 Prozent geschlossenen Einzelhandelsgeschäften (rund 22.400) sind es nach Ostern nur mehr 22 Prozent (8.100), die bis zur nächsten angekündigten Reboot-Phase im Mai geschlossen bleiben.

„Wir sind froh, dass zumindest diese Geschäfte wieder aufsperren können und es einen Zeitplan für die nächsten Monate gibt. Das wurde von der Wirtschaft auch gefordert. Es gibt aber auch Unschärfen. So ärgern sich jetzt natürlich die größeren Geschäfte, die noch zubleiben müssen. Wir müssen jetzt Schritt für Schritt schauen, wann alles aufgemacht werden kann“, analysiert Gottfried Pilz, Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer Amstetten. In die selbe Kerbe schlagen auch seine WK-Kollegen aus den Bezirken Scheibbs, Erika Pruckner, und Melk, Franz Eckl.

Positiv für Wirtschaft, aber Vorsicht geboten

„Der Wirtschaft tut das Aufsperren sehr gut. Oberste Priorität hat aber die Gesundheit. Die Schutzmaßnahmen müssen eingehalten werden, sonst kommt es zu einer zweiten Coronawelle“, appelliert Eckl. „Es ist unglaublich wichtig für die Unternehmer und die Kunden, dass es wieder eine Perspektive gibt“, betont Erika Pruckner.

Während ein großer Teil des Handels positiver in die Zukunft blicken kann, kämpfen touristische und gastronomische Betriebe sowie Veranstaltungsfirmen weiterhin mit den verordneten Schließungen. „Sie haben sicher die höchsten Belastungen“, weiß Pilz. Auch Pruckner ortet für diese Branchen eine ganz schwierige Phase, denn alles werde der Staat nicht abfedern können. Alle WK-Bezirksobleute sind daher überzeugt, dass die Folgen der Coronakrise noch sehr lange spürbar sein werden.

Noch nicht öffnen dürfen die Geschäfte in den Einkaufszentren – mit Ausnahme jener Geschäfte, die jetzt bereits offen hatten (Drogerien, Trafiken und Lebensmittelmärkte). „Wir treffen jetzt alle Vorbereitungen für den Normalbetrieb ab Anfang Mai und bieten weiter unser Gratis-Lieferservice an, mit dem wir bereits über 100 Kunden unterstützen konnten“, erklärt Hannes Grubner, Leiter vom größten Einkaufszentrum der Region, dem City Center Amstetten.

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Der Melker Löwenpark hat – weil Fachmarktzentrum mit eigenen Zugängen – seit Dienstag wieder geöffnet.
Foto: Rubner Holzbau

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