Gastronomie erleichtert: Teil der Kultur kehrt zurück. Die Wirtshäuser, wie der Gafringwirt, haben wieder geöffnet.

Von Peter Führer. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:31)
Alexandra und Johann Hochholzer vom Wirtshaus Gafringwirt sind erleichtert, endlich wieder aufsperren zu können. Sie hoffen auf weitere schrittweise Lockerungen.
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Desinfektionsmittel bei Eingang und WC, Kellner mit Schutzvisier, die Ein-Weg-Speisekarte am Tisch: Teile einer neuen Normalität in der Gastronomie. Auch beim Gafringwirt in Euratsfeld sammelt man noch ungewohnte Eindrücke. Nach zweimonatiger „Sperrzeit“ aufgrund der Corona-Maßnahmen konnten gastronomische Betriebe ab Freitag wieder Gäste empfangen.

„Viele Gäste haben uns bereits gesagt, dass sie erleichtert sind, dass sie wieder kommen dürfen. Und wir freuen uns natürlich auch, wenn wir wieder für sie da sein können“, erklärt Hausherr Johann Hochholzer. Der Besuch sei in den ersten Tagen zwar überschaubar gewesen, man hoffe aber, dass sich die Scheu in den nächsten Tagen und Wochen mehr und mehr legt. Platz gibt es dank kleinerer Veränderungen beim Mobiliar im Haus und im Freien genug. Natürlich halte man sich an die Sicherheitsbestimmungen. „

Wir machen alles Menschenmögliche für die Sicherheit der Besucher. Keiner braucht sich fürchten, wenn er ins Wirtshaus gehen will. Auch die Sorge, dass man mehrere Tage im Voraus reservieren muss, ist unbegründet. In der Verordnung wird eine Reservierung zwar empfohlen, es spricht aber nichts dagegen, wenn man uns eher kurzfristig besuchen möchte“, führt Hochholzer weiter aus. Die Gäste selbst seien sehr auf die Einhaltung des Sicherheitsabstandes bedacht. „Alle wissen inzwischen, wie es sich mit dem Baby-Elefanten verhält. Ein Besucher hat gesagt: ‚Man muss einfach einen Meter Abstand halten und trinken wie ein Baby-Elefant‘“, lacht Hochholzer.

Zwei Monate gingen nicht spurlos vorbei

Trotz erster Erleichterung ist es fürs Durchatmen noch zu früh. Die vergangenen zwei Monate gingen nicht spurlos vorbei. Neben dem täglichen Betrieb mussten zahlreiche Familienfeiern abgesagt oder verschoben werden. „Viele Dienstleistungsbetriebe leben von einer Woche in die nächste. Man kann Mitarbeiter nicht bezahlen, wenn keine Arbeit da ist. Ohne Umsätze hält man es nicht ewig aus“, weiß Hochholzer, der im Betrieb auch auf Kurzarbeit setzt. Er hofft darauf, dass es wochenweise weitere Lockerungen gibt.

Optimistisch stimmt ihn, dass die Gäste es schätzen, dass beim Gafringwirt alles selbst gekocht wird. Das sei nachhaltig und habe Zukunft. „Und wir glauben schon, dass die Wertigkeit der Gastronomie vielleicht durch die Krise wieder steigt. Sie gehört zu unserer Kultur. Das wäre dann Balsam auf die Seele.“