Haag

Erstellt am 12. Januar 2017, 14:33

von Sabine Hummer

20 Jahre Pfarrer in Haag. Vor 20 Jahren wurde Karl Schlögelhofer mit der Leitung der Haager Stadtpfarre beauftragt und pflegt seitdem die Gemeinschaft der Pfarre.

Beim Erntedankfestgottesdienst wurde Pfarrer Karl Schlögelhofer vom Pfarrkirchenrat und Pfarrgemeinderat der Pfarre Haag für seine 20-jährige Tätigkeit in der Pfarre Haag gedankt. Bürgermeister Lukas Michlmayr überreichte einen Dankkorb mit Produkten der Region. Foto: Pfarre  |  Pfarre

„Es war von klein auf in mir drinnen, dass ich Pfarrer werden will“, erinnert sich Karl Schlögelhofer. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass der aus Ertl stammende Bursch nach der Matura im Stiftsgymnasium Seitenstetten 1979 die Philosophisch-Theologische Hochschule besuchte.

Nach einem Pastoraljahr in Neustadtl wurde er 1987 zum Priester geweiht. „Dann kam eine sehr spannende Zeit als Kaplan in Waidhofen an der Thaya. 1989 wurden die Grenzen geöffnet und man hat viele Kontakte mit den tschechischen Nachbarn schließen können“, erzählt Schlögelhofer von einem Stück Zeitgeschichte. 1991 kam er nach St. Pölten in die Pfarre St. Josef, dann folgten drei Jahre als Domkurat (Domkaplan) in der St. Pöltner Dompfarre.

„Die Probezeit hat sich dann schnell erübrigt“

Der Ruf in die Stadtpfarre Haag kam für den jungen Priester völlig unerwartet. „Es ist derartig schnell gegangen. Ich musste mich damals innerhalb von zwei Tagen entscheiden, ob ich die Pfarre annehme oder nicht. Ich habe dann zwar zugesagt, allerdings vorerst auf ein Jahr Probezeit. Mit 15. September 1996 bin ich hergekommen“, blickt Pfarrer Schlögelhofer nun auf 20 erfüllte Jahre in der Haager Stadtpfarre zurück.

„Das mit der Probezeit hat sich dann schnell erübrigt, denn ich habe mich in Haag sofort wohl gefühlt“, sagt Schlögelhofer, dessen Wurzeln in Haag liegen. „Meine Mutter stammte aus Haag.“ Im August 1997 wurde er schließlich feierlich installiert.

Seitdem hat Pfarrer Schlögelhofer drei Päpste und zwei Bischöfe erlebt und mit drei Bürgermeistern, zwei Dechanten, acht Kaplänen, vier Pastoralassistenten und vier Kanzleihilfen zusammengearbeitet. Einzig Kanzleisekretärin Gertraud Illich-Edlinger ist in diesen zwanzig Jahren eine Konstante geblieben. 233 Taufen, 108 Hochzeiten und 804 Begräbnisse hat er alleine in der Stadtpfarre gehalten.

„Ich bin einfach gerne unter den Leuten“

Auch umgebaut wurde in der Ära Schlögelhofer so einiges. Neben der Pfarrhofrenovierung von 1996 bis 1999 waren vor allem die neue Orgel (2001) sowie die Kircheninnenrenovierung 2007 besondere Meilensteine, ebenso die Errichtung des Seniorenzentrums auf Pfarrgrund.

Der Pfarrhof ist ein offenes Haus geworden, in dem für Jugend, Kinder und Familien aber auch Senioren immer Platz ist. Der Haager Theatersommer nistet sich jedes Jahr ebenfalls im Pfarrhof ein, eine Tradition, die für Pfarrer Schlögelhofer viel Wert hat.

„Ich bin einfach gerne unter den Leuten, pflege Geselligkeit und Kontakte. Ich muss immer irgendetwas tun“, erzählt der ansonsten in sich ruhende Priester. Regelmäßig ist er Gast bei Stammtischen aller Art in den Haager Cafés und Wirtshäusern. Seine Leidenschaft gehört dem Fotografieren. Nur selten ist der Pfarrer ohne seine Digitalkamera anzutreffen. Aber auch die Erforschung der Regionalgeschichte ist sein großes Hobby.

Kraft findet Karl Schlögelhofer im Gebet und in der Ruhe. „Es ist wichtig, dass man sich geborgen weiß in Gott und dass man seine eigenen Grenzen kennt. Ich bin gesegnet mit Glück“, ist Schlögelhofer dankbar für seine Pfarre. „Es ist so schön, dass so viele mithelfen. Die Feste im Kirchenjahr zu feiern und schön zu gestalten, ist wichtig und auch, dass man als Glaubensgemeinschaft wahrgenommen wird in der Welt“, hat Pfarrer Schlögelhofer noch viele Visionen für die Zukunft.