Aroniabeere aus Strengberg: „Qualität im Vordergrund“. Wolfgang und Doris Dietl kultivieren die aus Nordamerika stammende Aroniabeere und verarbeiten sie zu wohltuendem Saft und ab Herbst zu Schnaps.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 07. April 2019 (04:20)
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5.000 Aroniasträucher haben Wolfgang und Doris Dietl gepflanzt. Die erste Ernte der aus Nordamerika stammenden Beere war bereits überdurchschnittlich gut. Das machte Lust auf mehr: Zusätzlich zum Saft wollen die Dietls ab heuer nun auch Schnaps produzieren.

Als Absolvent des Francisco Josephinums in Wieselburg ist Spezialisierung kein Fremdwort für Wolfgang Dietl. Der Landwirt aus Strengberg führt gemeinsam mit seiner Gattin Doris und seinen Eltern einen Schweinemast- sowie Ackerbaubetrieb.

Der Herr über 1.500 Mastschweine sowie 900 Ferkel überlegte daher bereits vor einem Jahrzehnt, sich ein zweites Standbein zu suchen. „Innovation ist in unserer Branche das Um und Auf, wenn du deinen Betrieb für die nächste Generation sichern willst. So haben wir hin und her überlegt. Hopfen-, Gemüse- und Safrananbau hätten uns zwar interessiert, hat es aber schon damals zur Genüge gegeben“, berichtet der heute 38-jährige Landwirt.

„So sind wir schließlich auf die Aroniabeere gestoßen. Da es sich bei ihr um ein Naturprodukt handelt und der Trend eindeutig hin zu Super Foods geht, haben wir uns rasch dazu entschlossen hier tätig zu werden. Letztendlich muss man sich mit einem Produkt zu einhundert Prozent identifizieren können und die ersten Investitionen müssen überschaubar sein.“

5.000 Sträucher eigenhändig gepflanzt

Gesagt, getan. Im November 2016 setzten die Dietls mithilfe der Familie eigenhändig auf 1,5 ihrer 90 Hektar großen Betriebsfläche 5.000 Aroniasträucher. Ein Jahr später wurden die Blüten abgezupft, damit die gesamte Wuchskraft in die Wurzeln ging. 2018 gab es dann die erste Ernte, die bereits überdurchschnittlich gut war.

„Wir haben 3.200 Kilogramm an Beeren geerntet, was eine Saftausbeute von 1.600 Litern 100-prozentigen Direktsaft ergab“, erklärt Doris Dietl (35). „Normalerweise kann man mit einem Ertrag von 60 Prozent rechnen. Doch durch die große Trockenheit im Vorjahr war die Ausbeute ein wenig geringer. Dafür war die Qualität sensationell und dies ist für uns wesentlich entscheidender, denn für uns steht Qualität und nicht Quantität im Vordergrund.“

Und was ist nun die Apfelbeere? Die Aroniabeere, auch als Apfelbeere bekannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse und wächst als Strauch von ein bis zwei Metern Höhe. Die erbsengroßen, schwarzen, häufig wachsartig überzogenen Früchte, die ab Mitte August bis Oktober geerntet werden können, schmecken süß-säuerlich-herb und ähneln der Heidelbeere. Die Beeren werden getrocknet wie Rosinen, können aber auch zu Marmelade verarbeitet werden. Die Dietls haben sich auf die Produktion von Aroniasaft spezialisiert. „Aufgrund des hohen Flavonoid-, Folsäure-, Pro-Vitamin-A-, Vitamin-B2-, Vitamin-K- und Vitamin-C-Gehalts zählt die Aronia in Polen und Russland zu den Heilpflanzen. In den letzten Jahren wurde sie auch in unseren Breiten immer beliebter. Wir empfehlen, täglich zwei bis drei Stamperl pur zu sich zu nehmen oder mit Wasser aufzuspritzen. Und dies am besten nach den Mahlzeiten“, erklären die Dietls.

Auf den Saft folgt nun der Schnaps

„Unsere Kunden schätzen den Saft als Erfrischungsgetränk, aber auch zur Krankheitsprävention.“ Zurzeit erhält man Saft bei den Dietls ab-Hof in einer drei-Liter-„Bag in Box“ sowie in Halbliter-Gebinden. Neben dem puren Direktsaft stellen sie gemeinsam mit dem benachbarten Lehof auch einen bekömmlichen Apfel-Aronia-Saft im Ein-Litergebinde her. „Die Biobauern Martin Wagner und Maria Papst sind Freunde von uns. Die beiden haben die Bio-Äpfel und wir die biologischen Aroniabeeren. Um etwas Neues, Qualitätsvolles entstehen zu lassen, tut man sich halt gerne zusammen“, berichtet Wolfang Dietl, dessen Aroniabeeren übrigens ab dem Jahr 2020 auch rein bio sein werden.

Wer das sympathische Landwirtehepaar kennt weiß, dass es das aber noch nicht für die Dietls gewesen ist. „Ab Herbst bieten wir auch einen Aroniabeeren-Schnaps an. Der muss noch ein wenig reifen und kann erst in zwei bis drei Monaten abgefüllt werden. Außerdem wollen wir ab Oktober auch mit unserer Homepage online gehen“, berichten die beiden, zu deren Kunden alle Generationen und Gesellschaftsschichten zählen. Von der Hausfrau bis hin zum Pädagogen, von der Jungfamilie bis zum rüstigen Senior, sie alle schwören auf den Direktsaft vom Lampersberg 4. Sogar die beiden Töchter Melanie (4) und Magdalena (2) mögen das Super Food und finden es „echt guat“. Und was wünschen sich Wolfgang und Doris für die Zukunft? „Wir wollen weiterhin beste Qualität erzielen. Klein, aber fein lautet unsere Devise.“