Weistracher Wirtin: Das Kochen „aus‘m G‘fühl“

Erstellt am 13. März 2022 | 06:11
Lesezeit: 3 Min
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Für sie bedeutet Wirtshausküche auch Bewusstsein dafür zu schaffen, was man beim Zubereiten zwischen den Fingern hält; ressourcenschonendes Kochen ist ihnen wichtig: Lydia und Karl Maderthaner.
Foto: Penz
Die kreative Weistracher Wirtin Lydia Maderthaner verrät im neuen Kochbuch 75 besondere „Rezepte“.
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Das „Original Mostviertler Mostbratl“ als Lieblingsgericht 2019 der TV-Show „9 Plätze – 9 Schätze – So gut isst Österreich“ ist inzwischen hinlänglich bekannt. Auch bei „Silvia kocht“ war Lydia Maderthaner erst vor vier Wochen wieder zu sehen, Anfang Mai wird sie auf ORF 2 erneut kulinarische Köstlichkeiten aus ihrer Wirtshauskuchl zubereiten. Seit sechs Jahren lädt sie mehrmals jährlich am elterlichen Vierkanthof „Rabenlehen“ im Weistracher Ortsteil Hartlmühl zu offenen Kochabenden ein, wo sie saisonal abgestimmte, maßgeschneiderte und genussvolle Kochevents anbietet. Erst die Kombination der Erfahrungen aus ihrem dortigen Kochstudio mit jenen der Kulinarik des Wirtshauses ergibt diesen ganz besonderen persönlichen Kochstil, der jetzt auch in ihrem ersten Kochbuch angepriesen wird. „Immer wieder werde ich nach Rezepten gefragt, und das hat mich dazu veranlasst, im Sommer 2021 ein Kochbuch zu verfassen – mit der Idee, aus einem regionalen Warenkorb mit einer möglichst großen Basis an Grundrezepten sowie ähnlichen Zubereitungstechniken verschiedene, einfache, traditionelle Gerichte kochen zu können“, schildert die innovative Wirtin, die damit einen Trend aus der Modebranche aufgreift. Unter „Capsule Wardrobe“ versteht man eine Auswahl an Basics im Kleiderschrank zu haben, die sich miteinander kombinieren lassen.

Und das lässt sich auch auf den Kühlschrank übertragen: Fleischteile werden ab Hof eher als Ganzes gekauft, alles davon wird im Sinne von Nachhaltigkeit und Sparsamkeit verwertet, die eigentlichen Rezepte sind dann vielfach untereinander kombinierbar.

„Diese variantenreiche Zubereitung mit einfachen Zutaten bekommt man allmählich ‚in’s G’fühl‘, und dem kulinarischen Hochgenuss auch in den eigenen vier Wänden steht somit nichts mehr im Wege!“, ergänzt Lydia.

„Die Wirtshausküche macht erfinderisch“

Aus untereinander kombinierbaren Kochanleitungen zaubert sie also abwechslungsreiche Gerichte hervor, wofür sie den Begriff „Capsule Cooking“ kreiert hat, was neben dem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln auch die Verwendung von leicht beschaffbaren Zutaten und natürlichen Würzmitteln bedeutet. Jeder kocht, wie er selber gerne isst! „Gerade die Wirtshausküche erfordert stets auch Situationselastizität, und das macht erfinderisch: Koche ich in unserer standardisierten Welt streng nach Rezept und Vorgabe, fehlt die persönliche Energie, die jedoch die Qualität der Speisen erhöht“, ist sich die versierte Köchin sicher. Daher bedeutet Kochen für Lydia beinahe eine meditative Tätigkeit, die sie mit ihrem Tun eins werden lässt und erfüllt. „Es lodert dann die Leidenschaft in mir und ich bin völlig in Harmonie mit mir selbst!“

Gut eingekauft ist halb gekocht! So lautet auch eines der Kapitel im etwa 200 Seiten dicken neuartigen Kochkompendium, das neben Küchenausstattung, Einkaufsratgeber auch Tipps zum rezeptlosen Kochen beinhaltet. Es finden sich im Buch „Meine Wirtshausküche“, das im Buchhandel und Gasthaus Maderthaner erhältlich ist, freilich auch die Grundrezepte aus der Wirtshauskuchl sowie die Fond- und Suppenküche, Feines mit Fleisch oder aus dem Garten und die süßen Genüsse. Lydia Maderthaners Rezepte schöpfen regional, saisonal und nachhaltig aus dem Vollen, sie helfen zu verhindern, dass die Stimme des Gespürs überhört wird!

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