Duo kämpft um Sturm-Nachfolge. Vizebürgermeister Rudolf Mitter (54) und Stadtrat Lukas Michlmayr (27) buhlen bei der Gemeinderatswahl 2015 um die Vorzugsstimmen der Haager.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 27. Oktober 2014 (12:44)
NOEN, Stubauer
Vor einigen Monaten wollten sie noch gemeinsam die Zukunft gestalten, nun gehen Rudolf Mitter (l.) und Lukas Michlmayr (r.) getrennte Wege. Im direkten Duell um die Nachfolge von Bürgermeister Josef Sturm machte Michlmayr das Rennen, Mitter hätte in der neuen Periode auch den Vizebürgermeister abgeben müssen und zog nun die Konsequenzen. Er wird dem neuen Gemeinderat nicht mehr zur Verfügung stehen und legte auch die Funktion des Gemeindeparteiobmanns zurück.
Die Entscheidung ist gefallen. Aus dem kolportierten Trio, das die Nachfolge von Bürgermeister Josef Sturm antreten möchte, ist nun offiziell ein Duo geworden. Lukas Michlmayr und Rudolf Mitter sind die ÖVP-Kandidaten, die sich am 25. Jänner einer Vorzugsstimmenwahl stellen werden.

1.000 Gemeindebürger sind noch zu überzeugen

NOEN, privat/Fritz Starzer
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Doch nicht mit dabei im Rennen um die Gunst der Haager Wähler ist Sport-Stadträtin Margit Gugler (Bild links). „Es wäre schon eine Herausforderung gewesen, aber diese Vorzugsstimmengeschichte ist nicht wirklich meine Sache“, begründete sie ihre Entscheidung.

Michlmayr und Mitter hingegen sehen gerade in diesem Vorzugsstimmenmodell den richtigen Weg. „Den Wählern wird die Möglichkeit gegeben, persönlich und selbst mitzubestimmen, wer der Spitzenkandidat für die Bürgermeisterwahl wird. Das ist in Haag einzigartig, hier steht Demokratie im Vordergrund“, sind sich die beiden einig.

Die Bürger mitentscheiden zu lassen, soll auch dabei helfen, die Wähler wieder vermehrt in die Wahllokale zu locken. „Wenn man mitentscheiden kann, macht es für die Leute mehr Sinn, zur Wahl zu gehen“, betont Michlmayr. Schließlich gibt es bei der Gemeinderatswahl in Haag 1.000 Gemeindebürger, die erstmals wählen dürfen und noch zu überzeugen sind.

Entscheidung: Erfahrung oder Wind für Stadt Haag?

Beim Wahlziel sind sich Mitter und Michlmayr einig. Beide wollen die ÖVP-Mehrheit halten und möglichst viele Vorzugsstimmen sammeln. Nachdem beide unterschiedliche Gruppen ansprechen dürften, ist mit einer knappen Entscheidung zu rechnen. Die Haager haben die Qual der Wahl und können sich zwischen Routinier oder Nachwuchshoffnung entscheiden.

Rudolf Mitter ist bereits seit sieben Jahren Vizebürgermeister und Gemeindeparteiobmann der ÖVP Haag. Gerade in der Erfahrung sieht er seinen größten Vorteil gegenüber seinem halb so alten Herausforderer.

„Es ist wichtig, dass die Leute jemanden mit Erfahrung vorne haben. Ich war schon in mehreren Agenden Vertreter des Bürgermeisters. Die sogenannte Probezeit habe ich nicht. Ich weiß, dass das Bürgermeisteramt eine große Aufgabe ist, aber ich freue mich darauf“, macht Mitter Werbung in eigener Sache.

Lukas Michlmayr setzt vor allem auf seine Jugend. „Ich stehe für frischen Wind“, heftet er sich auf seine Fahnen. Mit seinen 27 Jahren wäre er der jüngste Bürgermeister im Bezirk und einer der jüngsten des ganzen Landes.

Michlmayr: „Ich möchte das als Fulltimejob machen“

Auch was die Herangehensweise an das Bürgermeisteramt betrifft, gehen die beiden VP-Spitzenkandidaten unterschiedliche Wege. „Der Bürgermeister muss rund um die Uhr da sein. Ich möchte das als Fulltimejob machen“, umreißt Lukas Michlmayr seine Pläne.

Die Öffentlichkeitsarbeit beim NÖ Familienland wird er zukünftig nicht mehr machen und auch seinen Wohnsitz verlegte der Landesobmann der Jungen Volkspartei Niederösterreich wieder nach Stadt Haag.

„Ich habe mich entschieden, da zu bleiben. Hier bin ich verwurzelt“, betont er. Sollte Rudolf Mitter das Rennen machen, dann hätte Haag keinen Vollzeit-Bürgermeister. „Ich würde meinen Job bei der Gemeinde nicht aufgeben. Es läuft jetzt schon sehr viel parallel und es vermischt sich jetzt schon sehr viel“, verrät der Vizebürgermeister, der seit 1980 bei der Stadtgemeinde beschäftigt ist.

Sicherheitszentrum geplant, „leistbares Wohnen“ als Thema

Das genaue Wahlprogramm der Volkspartei Haag wird bei der Parteivorstandssitzung am 5. November beschlossen. Die Schwerpunkte sind aber schon jetzt klar. Im Mittelpunkt stehen die Sanierung und der Ausbau der Musikschule, die Verbesserung der Infrastruktur, die Errichtung von weiteren Spielplätzen sowie der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen.

Langfristig geplant ist auch die Gründung eines neuen Sicherheitszentrums für das Rote Kreuz und die Feuerwehr. Besonders wichtig wird auch das Thema „leistbares Wohnen“ sein. Weiters im Fokus der zukünftigen Arbeit werden die Sicherung der Arbeitsplätze sowie Betriebsansiedelungen im Zentrum und im Gewerbegebiet stehen.


Die Kandidaten:

Lukas Michlmayr
- Geburtsdatum: 9. August 1987
- Beruf: Student (Wirtschaftspädagogik in Linz, Wirtschaftsrecht in Wien); tätig in der Öffentlichkeitsarbeit für das NÖ Familienland.
- Politisches Engagement: seit November 2013 Landesobmann der Jungen Volkspartei NÖ; seit September 2013 Kultur- und Bildungsstadtrat.

Rudolf Mitter
- Geburtsdatum: 19. August 1960
- Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
- Beruf: seit 1980 bei der Stadtgemeinde Haag tätig, seit 1992 Leiter der technischen Infrastruktur.
- Politisches Engagement: seit 2007 Vizebürgermeister; seit 2007 Gemeindeparteiobmann der ÖVP Haag; 2008 bis 2013 Bezirksobmannstellvertreter des ÖAAB Amstetten.