Leben mit Parkinson: Infotage im Schloss St. Peter/Au

Erstellt am 29. Juni 2022 | 11:35
Lesezeit: 3 Min
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Neurologin Brigitta Freundl und der Obmann der NÖ Parkinson-Selbsthilfe Josef Dorfmair laden zu den umfassenden Infotagen ins Schloss St. Peter/Au.
Foto: Sabine Hummer
Von 12. bis 13. Juli finden im Schloss St. Peter/Au die 6. NÖ Parkinson Infotage mit tollen Vorträgen und Beratungen statt.
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Mehr als 20.000 Österreicherinnen und Österreicher, also 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung, leiden an der Erkrankung Morbus Parkinson. Tendenz steigend. „1990 waren weltweit 2,5 Millionen Fälle bekannt, 2016 waren es schon 6,1 Millionen Menschen“, informiert die Parkinson-Spezialistin Brigitta Freundl aus St. Peter/Au. Im Detail sind die Ursachen noch nicht geklärt, der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung sowie bessere Lebensstandards und die weltweite medizinische Erforschung spielen dabei aber eine große Rolle. Auch Umwelteinflüsse können nicht ausgeschlossen werden.

„Information und Austausch sind bei dieser Erkrankung besonders wichtig, deshalb freuen wir uns sehr, dass wir zum 6. Mal zu den NÖ Parkinson Info-Tagen einladen dürfen“, sagt Josef Dorfmair, Obmann der Parkinson Selbsthilfe Niederösterreich. Gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe Amstetten-Mauer und Neurologin Freundl hat Dorfmair eine zweitägige Informationsveranstaltung auf die Beine gestellt, die am 12. und 13. Juli mit Unterstützung der Marktgemeinde St. Peter/Au im Schloss über die Bühne gehen wird.

„Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie wichtig die Selbsthilfegruppen und dadurch der regelmäßige Austausch mit Gleichgesinnten sowohl für den Erkrankten, aber auch für die Angehörigen sind“, engagiert sich Dorfmair seit der Erkrankung seiner Gattin mit vollem Einsatz in der Parkinson-Selbsthilfe. „Mein persönliches Ansinnen ist, den Menschen die Angst vor Parkinson zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass man damit umgehen und sehr gut leben kann.“

Infotage für Betroffene und Angehörige

Bei den Infotagen werden insbesondere Menschen angesprochen, die mit der Krankheit leben oder die in ihrem Umfeld mit der Krankheit konfrontiert sind. „Wir konnten zahlreiche Ärzte und Therapeuten als Referenten gewinnen“, freut sich Dorfmair. Die Besucher erwarten viele Vorträge über die verschiedensten Aspekte der Erkrankung. Auch Therapiemöglichkeiten, spezielle Reha-Einrichtungen aber auch Selbsthilfegruppen werden vorgestellt. Gespräche mit betroffenen Angehörigen und die Diskussion mit Spezialisten finden hier Raum. Nach allen Vorträgen ist Zeit für Fragen und Diskussion. Auch ein Ruheraum für die Besucher wird eingerichtet und das Rote Kreuz ist jederzeit rufbereit. „Da wir Besucher aus ganz Österreich erwarten, ist eine Anmeldung (siehe Infobox) unbedingt erforderlich“, betont der Selbsthilfe-Obmann.

Erste Symptome schon Jahre vor Ausbruch

Parkinson ist eine chronische Erkrankung des Zentralnervensystems, deren Hauptsymptom, die Schüttellähmung, erstmals 1817 durch den englischen Arzt James Parkinson beschrieben wurde. „Die Hauptgruppe der Menschen erkrankt im Alter zwischen 60 bis 70 Jahren an der idiopathischen Variante. Dann gibt es noch die genetische Parkinson-Erkrankung, von der rund 5 Prozent betroffen sind, und schließlich noch den sekundären Parkinson mit 25 Prozent“, informiert Neurologin Freundl.

Generell lässt sich die Krankheit sehr gut behandeln. Neben medikamentöser Behandlung sind auch nicht-medikamentöse Verfahren wichtig. Bewegung beeinflusst die Erkrankung besonders positiv. Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinsonerkrankung ist derzeit ident mit der der normalen Bevölkerung.

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