Pflüger-Weltmeisterschaft: Das Warten hat ein Ende

Erstellt am 20. Mai 2022 | 06:53
Lesezeit: 3 Min
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Leopold Aichberger beim Bundesentscheid im Vorjahr, bei dem er sich für die Pflüger-Weltmeisterschaft qualifizierte.
Foto: Landjugend/Balber
Nach zwei Jahren Zwangspause kann der Haager Leopold Aichberger heuer endlich sein Können bei der WM beweisen.
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1953 fand die erste Pflüger-Weltmeisterschaft in Kanada statt und seit 1958 nimmt Österreich an der WM teil. Seither konnte Österreich insgesamt fünfzehn Weltmeistertitel und sieben Vizeweltmeistertitel gewinnen. Somit ist man neben Irland die erfolgreichste Pflüger-Nation der Welt. Damit das so bleibt, möchte Leopold Aichberger in der Kategorie Drehpflug heuer seinen Teil beitragen.

Auf die Teilnahme bei der WM wartet der 24-jährige Landwirt schon lange, denn eigentlich hatte er sich bereits für den Bewerb im Jahr 2020 qualifiziert. Diese WM wurde wie auch jene im darauffolgenden Jahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Für 2022 war die Austragung in St. Petersburg geplant. Aufgrund des Krieges kann die Weltmeisterschaft in Russland aber nicht stattfinden. Zum dritten Mal hintereinander fällt sie allerdings nicht aus, denn es wurde nun ein Ersatztermin im September in Irland gefunden. „Ich freue mich schon sehr darauf, weil ich mich jetzt auch schon das dritte Jahr dafür vorbereite. Jetzt bin ich noch nicht allzu nervös, aber die Aufregung wird dann kurz davor sicher steigen“, erklärt Aichberger.

30 Länder sind bei der WM in Irland am Start

Seit 2014 investiert Leopold Aichberger viel Zeit in sein Hobby, testet verschiedene Böden und Einstellungen und optimiert immer wieder seinen Pflug in der Werkstatt zuhause. „Wichtig für den Erfolg ist ein guter Mix aus Ausrüstung und Können. Die beste Technik nützt nichts, wenn man nicht selbst auch gut fahren kann.“ Bereits 2018 konnte der Haager bei der WM in Deutschland teilnehmen und dort wichtige Erfahrungen sammeln. Nun steht Irland auf dem Plan. Insgesamt sind dort 30 Länder vertreten, wobei jeweils eine Person pro Nation in der Kategorie Drehpflug und Beetpflug teilnimmt. „Ich glaube, dass ich dieses Jahr gute Chancen habe. Natürlich ist es dann aber auch von der Tagesverfassung und Konkurrenz abhängig. Intensiv übe ich normalerweise einen Tag in der Woche, außer es regnet oder es ist gerade viel am Hof zu tun“, erklärt Aichberger.

Ausrüstung und Technik entscheidend für den Erfolg

Bei Schlechtwetter begibt er sich oft in seine Werkstatt, um dort an seinem Pflug noch etwas herumzuschrauben. „Pflügen ist eine sehr aufwendige Tätigkeit. Man benötigt viel Zeit und große Geräte wie auch Flächen. Ich kann dabei aber viel lernen, auch nützliche Dinge für die Landwirtschaft zuhause. Zum Beispiel kann man circa 30 Prozent an Kraftstoff einsparen, wenn der Pflug richtig eingestellt ist“, weiß Aichberger.

Seinen Traktor wird er wahrscheinlich mit dem Lastwagen nach Irland bringen lassen. Da dies sehr kostspielig ist und es bei der WM kein Preisgeld gibt, ist der junge Landwirt gerade beim Transport auf Sponsoren angewiesen. Einige Firmen aus der Umgebung unterstützen den Haager gerne, so hat er zum Beispiel einen Traktor von der Firma Lindner bereitgestellt bekommen. Unterstützung bekommt Leopold Aichberger auch von seinem Trainer Joseph Heigl, dessen Pflug er nun weiterfahren darf.

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