Start-up "Cleen Energy" im Aufwind. Cleen Energy AG verzeichnet Umsatzplus von 26,6 Prozent. Gemeinde Haag wird neuer Kunde.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 23. Mai 2019 (07:16)
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Sieben Jahre stand das Gebäude der alten Post direkt gegenüber dem Bezirksgericht leer, ehe der Weistracher Lukas Scherzenlehner ihm mit dem Einzug seiner auf energiesparende Beleuchtung spezialisierten Cleen Energy AG Anfang 2018 neues Leben einhauchte.

Eine Entscheidung, die Scherzenlehner seither nie bereut hat. Im Gegenteil. „Haag ist auf der Westachse einfach super gelegen. Die Nähe zu Wien und Linz ist für uns ganz wichtig“, erklärt der Unternehmer, warum der Mostviertler Standort sich immer mehr in Richtung Stammsitz des Start-ups entwickelt. Von den insgesamt 25 Mitarbeitern sitzen mittlerweile schon 15 in Haag. Die Bereiche Finanzen, Auftragsbearbeitung und Buchhaltung sind weiterhin in St. Margarethen im Burgenland beheimatet, der Rest wird von Haag aus abgewickelt. Und zu tun gibt es viel, denn das börsennotierte Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs. „Wir wachsen stabil dahin“, freut sich Scherzenlehner über ein Umsatzplus von 26,6 Prozent im ersten Quartal des Jahres 2019. Zurückzuführen ist dies nicht auf einen neuen Großkunden, sondern auf viele verschiedene Kunden, die Gefallen am Beleuchtungskonzept der Cleen Energy finden. Größter Kunde ist auch heuer wieder der Rewe-Konzern. „Wir machen in diesem Jahr noch 200 Billa-Märkte in ganz Österreich“, verrät Scherzenlehner. Der Auftragsstand ist mit rund vier Millionen Euro weiterhin hoch, allein im April gingen Neuaufträge im Wert von rund 660.000 Euro ein. Mitarbeiter in allen Bereichen werden gesucht.

 Leasing-Modell für die Haager Volksschule

 Mit einem Vertriebsleiter und einem Marketingleiter wurden zuletzt personell wichtige Weichen gestellt. „Wir haben nun eine Größe erreicht, wo man eine zweite Ebene einführen muss“, erklärt Scherzenlehner diesen Schritt. Und damit die Finanzierung des Wachstumskurses der Cleen Energy AG ein stabiles Fundament hat, wird er ein nachrangiges Darlehen von 750.000 Euro zur Verfügung stellen. Das immer beliebter werdende Leasing-Modell macht dies notwendig. „Unsere Kunden haben keine Investitionskosten. Wir bekommen unser Geld durch die Einsparung, die durch die energiesparende LED-Beleuchtung monatlich generiert wird, zurück“, erläutert Scherzenlehner das Modell. Die Cleen Energy AG geht mit ihren Kunden daher langfristige Vertragsbeziehungen ein. „Das geht über drei bis fünf Jahre, am Gemeindesektor bis zu zehn Jahre“, berichtet Scherzenlehner.

Eine der Gemeinden, die auf das Leasing-Modell setzt, wird nach einem Stadtratsbeschluss am vergangenen Donnerstag auch Haag sein. „In der Volksschule ist das Licht im Lehrerzimmer und in den Klassen unzureichend. Da wurde seit 25 Jahren nichts geändert“, weiß Bürgermeister Lukas Michlmayr. Durch die Einsparung beim Stromverbrauch sollen sich die Kosten für die neue Beleuchtung in sieben bis acht Jahren amortisieren. Der Auftrag an die Cleen Energy AG wird in der Gemeinderatssitzung im Juni beschlossen werden. Umgerüstet wird die Beleuchtung dann in den Sommerferien.