Haager kaufte Falschgeld aus China übers Internet: Freispruch

Erstellt am 20. Januar 2022 | 15:56
Lesezeit: 2 Min
Gericht Gerichtssaal Gerichtsprozess
Symbolbild
Foto: shutterstock.com, Sergii Gnatiuk
Weil ein 44-Jähriger Bündel von Spielgeld über eine asiatische Webseite bestellt hatte, stand er wegen versuchter Geldfälschung vor dem Landesgericht. Die Richterin konnte keinen Vorsatz erkennen und sprach ihn frei.
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Bei einem lustigen Pokerabend soll ein Mann aus Haag auf die Idee gekommen sein, im Internet auf einer chinesischen Webseite „Partygeld“ zu bestellen. Das Paket mit den Geldbündeln kam jedoch nie an, da es der Zoll abgefangen hatte. Stattdessen flatterte eine Vorladung für das Landesgericht in St. Pölten in seinen Briefkasten.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Arbeitslosen mit großen finanziellen Problemen versuchte Geldfälschung zur Last. Eine Straftat, die im Falle einer Verurteilung mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden kann.

Nur zum Spaß im Freundeskreis

„Ich wollte die Scheine als Spielgeld oder für Gutscheine im Freundeskreis verwenden. Auf meiner Bestellliste befand sich auch eine Spielzeugpistole, mit der man Geldscheine verschießen kann. Dass es sich in Druck und Größe um täuschend echtes Falschgeld handelte, war mir nicht bewusst“, betonte der wegen Falschaussage vorbestrafte Angeklagte.

Laut einem Kriminalbeamten gäbe es bereits mehrere Jahre europaweit Probleme mit solchen Falschgeldscheinen, die von sehr undurchsichtigen, chinesischen Internetportalen und Briefkastenfirmen angeboten werden. Den Verkauf zu verhindern wäre daher fast unmöglich, so der Experte.

Nachdem der Angeklagte das Geld nie bekommen und dadurch nicht in Umlauf gebracht hatte, sprachen die Richterin und Schöffen den 44-Jährigen frei.

„Die Aussagen sind zwar nicht immer nachvollziehbar, ein Vorsatz, mit dem Falschgeld zu bezahlen, lässt sich aber nicht erkennen“, begründete die Richterin das Urteil.

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