Kinder angesprochen: „Hysterie ist falsche Reaktion“. Unbekannter wollte Kinder ins Auto locken. Polizei überwacht nun Schule.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 28. März 2017 (04:28)
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Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Donnerstag, 23. März, die Nachricht im Internet, dass in Haidershofen ein unbekannter Autofahrer Volksschulkinder angesprochen habe.

Auch Nachbarschulen benachrichtigt

„Zwei Kinder der 3. und 4. Klasse haben unabhängig voneinander von dieser Begegnung ihrer Lehrerin erzählt, die mir den Vorfall meldete. Es ist zwar nichts passiert, wir haben trotzdem Anzeige bei der Polizei erstattet, die die Schulumgebung vermehrt überwachen wird“, berichtet Direktor Gerhard Wimmer. Er hatte die Information auch den Eltern übermittelt, um sie auf den Vorfall aufmerksam zu machen und sie zu bitten, mit ihren Kindern das richtige Verhalten in solchen Situationen noch einmal zu besprechen.

Auch die Nachbarschulen wurden benachrichtigt. „In der Schule trainieren wir mit den Kindern routinemäßig richtiges Verhalten, damit sie im Fall des Falles gefestigt sind. Die Kinder haben völlig richtig reagiert, sind davongelaufen und haben es weitererzählt“, sagt der Schulleiter.

Davon, dass die Meldung derart die Runde gemacht hat, ist Wimmer aber nicht begeistert. „Wir wollen keine Hysterie erzeugen. Das wäre die falsche Reaktion. Für die Kinder muss die Normalität erhalten bleiben.“

„Polizei nimmt die Vorfälle sehr ernst“

In der Woche zuvor sorgte ja ein Vorfall in Viehdorf für ähnlich große Aufregung im Dorf. Dort sprach ein Mann drei Buben nach dem Fußballtraining auf einem Spielplatz an und fragte sie, ob sie mit ihm fahren wollten. Die Buben lehnten ab und der blonde Mann fuhr in einem schwarzen Van davon.

Beim Bezirkspolizeikommando nimmt man die Vorfälle sehr ernst, führt Ermittlungen durch und erhöht auch die Streifentätigkeit. Die Beamten warnen aber auch vor einer Hysterie, wie sie durch Facebook-Postings leicht entstehen kann.

„Wir bitten Eltern, sich zuerst an uns zu wenden. Sie sollten auch bedenken, dass die Täter Zugang zu Facebook haben und gewarnt werden, wodurch die Ermittlungen der Polizei und die Chancen, sie zu fassen, erschwert werden können“, sagt Chefinspektor Ferdinand Humpl.

Eine Kindesentführung hat es im Bezirk in den letzten Jahren nicht gegeben.

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