„Wir brauchen Ärzte für Vitalzentrum“. Firma Wartecker errichtet am ehemaligen Betriebsstandort ein Vitalzentrum. Eine Apotheke wurde bereits bewilligt. Ärzte, die einziehen werden, gibt es aber noch keine.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 30. Juli 2019 (05:12)
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Ewald Wartecker und Apothekerin Cornelia Pohn besprachen mit Bürgermeister Manfred Schimpl (Mitte) den weiteren Zeitplan für das Haidershofner Vitalzentrum.

Im Dezember 2017 ging Ewald Wartecker mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit. Die Wartecker Immobilien GmbH wolle in Eigenregie um 1,2 Millionen Euro ihr ehemaliges und nunmehr leer stehendes Betriebsgebäude im Ortszentrum von Haidershofen in ein Gesundheitszentrum umbauen, verkündete er.

Das künftige Vitalzentrum soll zu einer zentralen Anlaufstelle für Gesundheit, Prävention, Therapie, Training und Beratung werden. Ordinationen für einen Hausarzt, Fachärzte und Therapeuten sowie eine Apotheke sollen in dem Gebäude untergebracht werden. Pläne, die auch bei der Gemeinde sofort auf großes Interesse stießen. „Wir haben das Vitalzentrum bei der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt gleich berücksichtigt und zusätzliche Parkplätze geschaffen“, erklärt Bürgermeister Manfred Schimpl.

„Ich habe ehrlich gesagt nicht erwartet, dass das so schwierig wird“Ewald Wartecker

Trotz der positiven Rückmeldungen von Gemeinde und Bürgern ist das Projekt noch nicht so weit fortgeschritten wie erhofft. Zwei Physiotherapeutinnen wurden zwar schon gefunden und der Standort für eine Apotheke, die die Behambergerin Cornelia Pohn führen wird, bereits rechtskräftig bewilligt. Was bisher aber fehlt, sind Ärzte, die ins Vitalzentrum einziehen werden. „Ich habe ehrlich gesagt nicht erwartet, dass das so schwierig wird“, gibt Ewald Wartecker zu.

Nachdem Gemeindearzt Walter Irauschek mit Ende des Jahres in Pension geht, hatte Wartecker schon damit gerechnet, dass sich sein Nachfolger über eine neue Praxis im Vitalzentrum freuen würde. Ein Nachfolger ist im Gegensatz zur Nachbargemeinde Behamberg, wo es gleich mehrere Interessenten für eine Kassenstelle – allerdings samt Hausapotheke – gibt, bis jetzt aber noch nicht in Sicht.

Die Zeit drängt 

Und schön langsam wird die Zeit knapp, denn die Eröffnung des Vitalzentrums ist weiterhin für Mitte 2020 geplant. „Die Planung läuft weiter und soll mit Ende August abgeschlossen sein“, betont Ewald Wartecker. „Es ist ein tolles Projekt, aber wir müssen langsam ans Eingemachte gehen und wir brauchen Ärzte“, richtet Bürgermeister Manfred Schimpl einen dringenden Appell an alle Mediziner.

Angesichts der geografischen Nähe zu Oberösterreich bat man auch schon die oberösterreichische Ärztekammer um Hilfe bei der Arztsuche und kassierte ein glattes Nein. „Manchmal hat man wirklich das Gefühl, dass die Landesgrenzen schlimmer sind als die EU-Außengrenze“, spart Schimpl nicht mit deutlichen Worten.

Konkrete Pläne gibt es bereits für die Apotheke. „Ich möchte so bald wie möglich aufsperren“, bekräftigt Cornelia Pohn, die ihrerseits keine Probleme hatte, Mitarbeiter zu finden. Ihre „Haiho Apotheke“ wird auch eine Gesundheitswerkstatt beheimaten, wo das pharmazeutische Handwerk in den Vordergrund gestellt wird. Beim Schaulabor kann man den Mitarbeitern bei der Arbeit zusehen.

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