Seitenstetten: Alte Eiche ist am Ende. Gemeinde Seitenstetten verliert nun auch noch ihren zweiten uralten Baumriesen. Der Stamm der Eiche in der Bahnhofsstraße ist hohl und daher Gefahr in Verzug.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 11. September 2017 (11:22)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Der Maßstab beweist, dass der Stamm hohl ist (v.l.): Bürgermeister Johann Spreitzer, Bezirksförster Fritz Hinterleitner, Bezirksförster Wolfgang Maly, Altbürgermeister Franz Deinhofer und Stiftsförster Thomas Handsteiner.
NOEN

Schlechte Nachrichten für die Gemeinde: Nach der „tausendjährigen“ Eiche in der Fröschlau, die im Juli ohne Vorwarnung umgestürzt ist, muss nun der Baumriese in der Bahnhofstraße gefällt werden. „Nach außen wirkt die Eiche zwar noch gesund, allerdings ist der Stamm hohl. Nur die äußeren Wurzeln verhindern, dass er umfällt“, berichtet Bürgermeister Johann Spreitzer.

Fällung in den nächsten Wochen

Die Gemeinde Seitenstetten verliert nun auch noch ihren zweiten uralten Baumriesen...
NOEN

Der Baum dürfte um die 250 Jahre alt sein und ist im Besitz des Stiftes Seitenstetten. Im Gutachten des Forstexperten heißt es: „Durch eine Messung mittels Maßstab ist deutlich geworden, dass der Baum infolge eines Pilzschadens innen bereits völlig hohl ist. Es wird festgestellt, dass die Eiche am Teich keine ausreichende Standfestigkeit mehr aufweist. Durch die über die Straße hängenden Hauptäste und die dadurch einseitige Belastung gegen Osten ist eine Gefahr für die Straßenbenutzer akut gegeben.“

Konkret ist es offenbar der sogenannte Brandkrustenpilz, der der Eiche so zugesetzt hat. Dass sie trotzdem noch immer eine Belaubung trägt, liegt an den Rinden, die genug Saft in die Krone befördern.

Die Behörde hat die Kennzeichnung des Baumes als Naturdenkmal bereits aufgehoben. „Wir werden ihn in den nächsten ein bis zwei Wochen fällen lassen“, sagt Stiftsförster Thomas Handsteiner.

Die Eiche hat einen Umfang von rund 6,8 Meter und ist knapp 20 Meter hoch. Überlegt wird, einen Teil des Stammes stehen zu lassen – zur Erinnerung. „Uns tut es natürlich sehr leid, dass wir nun auch diese Eiche fällen müssen, aber die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer geht vor. Und wir haben es ja schon in der Fröschlau erlebt, wie schnell ein so mächtiger Baum umstürzen kann“, sagt der Ortschef.