In Ernsthofen sind heuer viele Investitionen geplant. Trotz zu erwartender massiver Ertragsanteilverluste setzt Ernsthofen auf die Umsetzung geplanter Großprojekte und Förderungen für Vereine und Bürger.

Von Daniela Führer. Erstellt am 17. Januar 2021 (05:03)
Bürgermeister Karl Huber ist überzeugt, mit Investitionen in der Krise optimistische Signale zu setzen.
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Auch die Gemeinde Ernsthofen blickt angesichts hoher prognostizierter Ertragsanteilverluste einem finanziell schwierigen Jahr entgegen. Dennoch halten die Gemeindeverantwortlichen an den geplanten Großprojekten fest.

Mehr noch: „Wir haben umfangreiche Investitionen und Ausgaben für alle Ernsthofner geplant. Zumeist solche, die auch eine Wertsteigerung des Gemeindevermögens darstellen“, sagt VP-Bürgermeister Karl Huber. „Wir hoffen, mit diesen Maßnahmen gut durch das schwierige Jahr 2021 zu kommen und optimistische Signale für die Wirtschaft der Region zu tätigen“, führt er weiter aus.

Der Gemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung im alten Jahr den Budgetentwurf für 2021 auch einstimmig.

„Wir hoffen, mit diesen Maßnahmen gut durch das schwierige Jahr 2021 zu kommen und optimistische Signale für die Wirtschaft der Region zu tätigen.“ Bürgermeister Karl Huber

Den größten Brocken verschlingt das Projekt Tagesbetreuungsstätte für Senioren. Für den Umbau des bereits 2020 dafür erworbenen Gschwantner-Hauses sind insgesamt eine Million Euro veranschlagt.

„500.000 Euro haben wir heuer für Investitionen ins Haus vorgesehen. Gleichzeitig errichtet die Gemeindeärztin mittels Baurecht auf diesem Grundstück ihre Ordinationsräumlichkeiten. Für die Erweiterung des derzeitigen Kindergartengebäudes wird ein daneben befindliches Grundstück angeschafft, das sich mit 260.000 Euro zu Buche schlagen wird“, erklärt der Ortschef weiter.

In den nächsten Jahren läuft zudem der Pachtvertrag für den bisherigen Sportplatz aus. „Daher wurde der Ankauf des Sportplatzgrundstückes beschlossen“, listet Huber auf.

Für die Anschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeuges (HLF2) ist ein Gesamtbetrag von 457.000 Euro zu finanzieren. Dieser wird vom Land NÖ mit 136.000 Euro, von der Gemeinde mit 261.000 Euro und von der Feuerwehr mit 60.000 Euro finanziert. 100.000 Euro wurden bereits im Budget 2020 berücksichtigt. Für den Straßenbau sind Ausgaben in der Höhe von 280.000 Euro veranschlagt.

Weitere Wohnprojekte in der „Pipeline“

Das Projekt „Wikinger-Wohnpark“ wurde übrigens durch die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft „Waldviertel“ fertiggestellt. Noch im Februar sollen die ersten Wohnungen übergeben werden. Andere Wohnprojekte stehen auch noch in der „Pipeline“ und sollen nicht nur den Ernsthofnern neuen Wohnraum bieten, sondern auch den Zuzug fördern. „Und damit die zu erwartende Minderung der Ertragsanteile vielleicht zum Teil wettmachen“, hofft der Ortschef.

Darüber hinaus werden die Vereine unterstützt. „Teilweise werden die jährlichen Vereinsförderungen sogar angehoben, sodass auch die Vereine den durch die Corona-Krise bedingten Einnahmenentfall abfedern können“, berichtet Huber. So wurde eine einmalige Vereinsförderung für das Jahr 2020 in Form von Westwinkelgutscheinen als „Coronaförderung“ beschlossen.

Die bisherige Jugendförderung wurde auch auf neue Beine gestellt. Dafür haben beide politischen Parteien Modelle entwickelt, sodass bei der Gemeinderatssitzung ein gemeinsames Förderpaket beschlossen werden konnte. Es sieht für Jugendliche und Jungfamilien unter 30 Jahren, die in der Gemeinde erstmals einen Hausstand gründen, einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 500 Euro in Form von Westwinkelgutscheinen vor.

„Unseren älteren ErnsthofnerInnen, die 2020 einen runden Geburtstag (ab 80 Jahre) oder ein Hochzeitsjubiläum (ab der goldenen Hochzeit) gehabt haben, wurden ebenfalls Gutscheine übermittelt – als Ausgleich für die nicht stattgefundene, gemeinsame Feier.“