Ein Herz für die Kinder in Uganda. Lisa Jung aus Weistrach gründete den Spendenverein „Omutima“. Gesammelt wird für Schulutensilien und sauberes Wasser.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 04. Mai 2019 (04:46)
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Lisa Jung bei ihrem Aufenthalt in Uganda im September 2018. sie hat den Verein „Omutima – ein Herz für Uganda“ gegründet, den sie am kommenden Freitag, 3. Mai, im VAZ Weistrach vorstellen wird.
privat

Im September 2018 begleitete die 20-jährige Lehramtsstudentin Lisa Jung ihren Vater auf einer Reise nach Afrika. In Uganda werden mit Unterstützung aus Österreich künftig Kräutermischungen für die Viehwirtschaft produziert, wodurch die Verabreichung von Antibiotika an die Tiere reduziert werden soll.

Im Rahmen dieser Geschäftsreise konnte die junge Frau Einblicke in das Land gewinnen, die Touristen verborgen bleiben. „Es hat mich tief bewegt. Uganda ist fruchtbar und kämpft nicht mit den typischen afrikanischen Problemen. Niemand muss Hunger leiden. Was dem Land fehlt, ist aber Bildung, und das an allen Ecken und Enden“, sagt die angehende Volksschullehrerin. Zwar gibt es seit einigen Jahren ein Recht auf Bildung, jedoch keine Schulpflicht, weshalb viele Kinder kaum lesen und schreiben können. „Ein Direktor hat mir erzählt, dass an seiner Schule rund 200 Kinder die erste Klasse besuchen, jedoch nur 60 die siebte. Es gibt also schon in der Volksschule extrem viele Schulabbrecher, was besonders schockiert hat“, berichtet Lisa Jung, die den Kindern dieser Schule ein besonderes Geschenk machte. „Ich habe Stifte verteilt. Die Kinder haben gestrahlt, als hätten sie ein riesiges Geschenk erhalten. Stifte sind in Uganda eine Rarität, weil viele Eltern sie sich nicht leisten können oder wollen.“

Nur wenige Kinder im Day-Care-Center am Stadtrand von Kampala haben die Möglichkeit, die Volksschulzeit von sieben Jahren zu absolvieren.
NOEN

Die meisten Menschen in Uganda leben von der Landwirtschaft. Sie bauen Mais an, haben aber keine Maschinen und keine Werkzeuge. Die Kinder müssen in der Landwirtschaft arbeiten oder auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, für Schule bleibt da keine Zeit. „Ein großes Problem ist auch die Versorgung mit Trinkwasser. Es gibt kaum funktionierende Leitungen, die Menschen beziehen ihr Wasser aus Bohrbrunnen, die stark mit Erde und Fäkalien verunreinigt sind. Denn auch die vielen frei herumlaufenden Tiere trinken aus diesen Brunnen. Viele Kinder werden durch das Wasser krank“, weiß Jung.

 3.400 Stifte für Kinder in Uganda gesammelt

 Nach ihrer Rückkehr hat die Weistracherin ihre Eindrücke an Schulen in der Region vorgetragen. „Die Schüler und Lehrer haben gemeint, dass sie helfen wollen. Dabei entstand die Idee, Stifte für die Kinder in Uganda zu sammeln“, erzählt Lisa. Innerhalb kürzester Zeit wurden ihr 3.400 Stifte überreicht, aber auch Geldspenden, die sie als Privatperson jedoch nicht annehmen durfte. „Ich habe deshalb mit einigen ambitionierten Freunden den Verein „Omutima“ gegründet, mit dem wir künftig Projekte in Uganda forcieren wollen.“

„Omutima“ heißt in der Sprache Luganda „Herz“. „Ein Teil unseres Herzens schlägt für dieses wunderschöne Land und die Menschen dort. Wir hoffen, auch die Herzen der Menschen im Mostviertel berühren zu können“, sagt Obfrau Lisa Jung. Gemeinsam mit ihrem Team wird sie am kommenden Freitag, 3. Mai, um 19 Uhr im VAZ Weistrach den Startschuss für das erste Vereinsprojekt setzen.