Der Valentinstag naht: Ein Blick nach Wolfsbach. Nach dem langen Lockdown sehnen Gärtnereien und Veranstaltungsbetriebe Öffnung herbei, um wieder Geld zu verdienen.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 07. Februar 2021 (04:21)
Christian Schachner und Monika Kirchweger hoffen, dass sie in ihrem schmucken Blumenladen wieder bald Kunden begrüßen dürfen.
Penz, privat

Mit Beginn eines Lockdowns mussten jedes Mal eine Menge Blumen oder Pflanzen entsorgt werden. Da bluteten natürlich der Floristin oder dem Gärtner die Herzen.

Im Dezember 2019 hat Christian Schachner die Gärtnerei und Blumenstube in Loosdorf mit Filialen in Aschbach und Wallsee als Pächter übernommen und seither hatte er, gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin und Geschäftsführerin Monika Kirchweger, schwierige Zeiten durchzustehen.

„Zehn Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Es ist ja schon das Frühjahrsgeschäft im Vorjahr mit Ostern, vielen Hochzeiten und anderen Festen wie Erstkommunion oder Muttertag für uns ausgefallen. Und auch der zweite Lockdown hat uns hart getroffen. Wir mussten unsere traditionelle Adventausstellung absagen“, schildert Christian Schachner die prekäre Situation.

In der Gärtnerei wird drei bis vier Monate vorproduziert. An die 150.000 Gemüsepflanzen wachsen im über 2.000 Quadratmeter großen überdachten Areal schon heran, Frühjahr und Herbst gelten eben als die „Hochzeiten“ in Gärtnereibetrieben. Doch unter welchen Bedingungen die Pflanzen verkauft werden dürfen, ist total ungewiss.

Lieferungen sind nur schwer planbar

Noch schwerer kalkulieren lässt sich am Floristiksektor: Obwohl österreichische Ware bevorzugt wird, müssen doch auch viele Zwiebeln und Blumen aus Holland importiert werden, was Corona-bedingt natürlich einen Unsicherheitsfaktor mit sich bringt.

„Exakte Planungen für den heurigen Valentinstag sind schwierig“, sind sich die beiden Facharbeiter für Gärtner und Blumenbinder einig, die auf eine Rückkehr der Normalität hoffen. Sie würden auch gerne wieder in der Lehrlingsausbildung aktiv werden und hegen durchaus auch Expansionspläne für ihren Betrieb.

Während des Lockdowns haben sie die Firmenwebsite neu gestaltet, wobei besonders das Bestell- und Lieferservice hervorzuheben sind. „Ein Valentinstag ohne Blumen ist einfach undenkbar. Aber zwei bis drei Tage Vorlaufzeit bei Bestellungen sind ratsam“, weiß Monika Kirchweger zu erzählen, die jeden Blumenstrauß genau auf den Besteller oder Empfänger abzustimmen versucht: „Dafür legen wir sogar Nachtschichten ein.“

Die Mobildisco ist derzeit nicht gefragt

Sehr schwer getroffen hat der Lockdown Firmen, die in der Eventbranche tätig sind. „Wann geht für uns endlich das Licht wieder an“, fragt sich auch der Geschäftsführer der Firma Lichtgestalten, Roland Stöger.

Roland Stögers Lager sind voll, er sehnt nichts mehr als eine „neue Normalität“ herbei.
Penz, privat

Er hat zuletzt im November 2019 größere Firmen-Jubiläumsfeiern licht- und tontechnisch betreut, nachdem ja sowohl der Theatersommer Haag wie auch das Sommermusical in Amstetten 2020 abgesagt werden mussten. Bei beiden Events wäre er für die gesamte Licht- und Videotechnik verantwortlich gewesen.

Ein Lichtblick: „Die Großprojekte in Haag und Amstetten sollen aber heuer stattfinden, alle Beteiligten sind optimistisch und voller Vorfreude“, sagt der Eventmanager. „Ob aber auch die vielen Firmenfeiern, Konzerte, Kabarett-Veranstaltungen und Vereinsfeste nachgeholt werden, ist unsicher, wenngleich ich schon den unbedingten Wunsch der Kunden wahrnehme.“ Das einzig Positive daran: Stöger hat erstmals nach fast 20 Jahren im Sommer einen Familienurlaub genießen können.

Da derzeit nur Online-Veranstaltungen gemacht werden, hat er auch in professionelle Videotechnik investiert und mehrere Live-Streaming-Aufträge abgewickelt.

„Wären die Vorjahre nicht so positiv verlaufen, könnte man eine Veranstaltungstechnikfirma wie meine trotz staatlicher Unterstützung kaum über die Runden bringen. Der Umsatzersatz bezieht sich leider nur auf die schwächeren Spätherbstmonate. Gerechter wäre es da gewesen, den Jahresumsatz heranzuziehen“, ist Stöger überzeugt.

Für Kreditrückzahlungen, Mieten und Versicherungen muss er auch auf Erspartes zurückgreifen. Sein Wunsch für die Zukunft: „Als Komplett-Technik-Anbieter möchte ich möglichst bald wieder meine Bühnen aufbauen, die LED-Screens in Betrieb nehmen, für angenehmes Licht sowie guten Ton sorgen und mit meiner professionellen Arbeit und Leistung endlich wieder ehrliches Geld verdienen!“