Ernsthofnerin will kleinen Igeln ein Zuhause geben. Igel stehen auf der roten Liste der gefährdeten Tiere. Eine Ernsthofnerin hat bereits 15 junge Igel aufgezogen.

Von Marlene Ortner. Erstellt am 05. Februar 2021 (05:27)
Fünfzehn junge Igel hat Manuela aus Ernsthofen bereits liebevoll aufgepäppelt.
privat

Der 2. Februar ist der internationale Tag des Igels. Igel stehen als gefährdete Wildtiere in Österreich auf der roten Liste. Vor allem aufgrund von Lebensraumverlust ist ihr Bestand rückläufig. Dabei sind die kleinen Vierbeiner wichtige Bioindikatoren für ein intaktes Ökosystem und fressen Schädlinge in Gärten.

In den sozialen Netzwerken existieren viele Gruppen und Zusammenschlüsse von Igelschützern und Igelrettern. Manuela K. aus Ernsthofen, die anonym bleiben möchte, ist eine dieser Igelretterinnen. Sie hat bereits fünfzehn junge Igel aufgezogen und wieder in die Natur entlassen.

Gemeinsam mit ihrem Mann legte sie sich ein ganzes Sammelsurium an notwendigen Materialien zu. Neben Futter, Medikamenten und Igelhäusern ist natürlich auch das notwendige Wissen über die Aufzucht der Tiere wichtig.

Facebook-Gruppe unterstützt mit Rat

Die Ernsthofnerin betreibt das Hobby seit September 2020, war allerdings schon immer fasziniert von den Tieren. „Im Spätsommer haben wir in unserem Gastgarten einen kleinen Igel gefunden, den wir dann gefüttert haben“, erzählt sie.

Zu dem Igel gesellte sich schnell ein zweiter und Manuela begann sich über die Aufzucht der Tiere zu informieren. Neben Informationen aus Büchern war ihr vor allem die Facebook-Gruppe „Igelfreunde Österreich“, deren Mitglied sie nun ist, eine große Hilfe. Darin finden sich viele Experten aus dem ganzen Land, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Ohne deren Unterstützung hätte ich es nie geschafft, mir all das Wissen anzueignen und hätte mich nie an die Sache herangewagt.“

Allerdings kostet die Aufzucht eines Igels an die hundert Euro. Daher kann man über die Facebook-Gruppe freiwillig Futter, Medikamente und Co. für die gefährdeten Tiere spenden, womit Igelretterinnen wie Manuela mit viel Liebe und Zeit kleine Igel großziehen können. „Es kann auch in Tiergeschäften in der Region Futter gekauft und anschließend gespendet werden“, erklärt die Mostviertlerin. Sie hat sich auch ein Mikroskop gekauft, um den Kot der Tiere auf Parasiten untersuchen zu können, damit die großgezogenen Tiere gesund in die Natur entlassen werden können.

Igel halten von November bis März Winterschlaf. Daher ist es besonders in dieser Zeit für junge Igel, die aus unterschiedlichsten Gründen wach sind und nicht Ruhe halten, schwierig, Futter zu finden. Igelschützer setzen daher aufgezogene Igel in den Wintermonaten nicht direkt in die Natur aus, sondern halten sie in Gehegen mit ausreichend Stroh und Laub. Erst im Frühjahr können die Tiere dann ausgewildert werden. „Ich leihe auch einige meiner Gehege aus und unterstütze so Igel-Finder“, erzählt Manuela.