Erstellt am 28. Januar 2014, 23:59

von Hermann Knapp

ist gekürt. Flächen im Amstettner Stadtzentrum.

Idyllischer Blick auf das Bahnhofsgelände, wie es sich in Zukunft den Am-stettnern präsentieren könnte.  |  NOEN
Von Hermann Knapp

AMSTETTEN / Ein Spanier und ein Slowake, die ein gemeinsames Architektenbüro in Shanghai haben, sind die Sieger des Europan-Projekts. ÖBB und Stadt hatten sich ja gemeinsam zur Teilnahme an dem europäischen Wettbewerb entschlossen, bei dem junge Architekten (unter 40 Jahren) eingeladen werden, Entwürfe zu städtebaulichen Problemstellungen zu entwerfen. „Ursprünglich waren wir etwas skeptisch. Aber das Konzept der Sieger ist so gut an die örtlichen Gegebenheiten angepasst, dass man meinen könnte, die beiden seien Niederösterreicher“, sagt Günter Sterlike, Projektleiter der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH.

Vielfältigkeit und Flexibilität

„Open“ heißt der Siegerentwurf und besticht durch Vielfältigkeit und Flexibilität. Unterschiedliche Gebäudeformen mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten sowie eine durchlässige Blockstruktur zwischen Wiener Straße und dem Raum an der Bahn mit Querwegen und öffentlichen Plätzen sollen dem wichtigen Gebiet an der Schwelle zum Stadtzentrum ein neues attraktiveres Gesicht verleihen. Denn derzeit besticht das Entrée zur Stadt von Osten her städtebaulich nicht gerade.

Rund um den Bahnhof bieten sich ja mehrere Flächen zur Verwertung an: Ein großes Areal gegenüber des Supermarkts Interspar, eine zweite Fläche im Nahbereich der Firma buntmetall. Die Verwertung dieser Areale wird 2016 beginnen.

60.000 Quadratmeter mitten im Stadtzentrum

Die größte Fläche ist aber der ehemalige Werkstättenbereich mit der größten Zug-Drehscheibe Österreichs. Fahrzeugschuppen und andere Infrastruktur werden heutzutage eisenbahntechnisch nicht mehr benötigt und dadurch werden rund 60.000 Quadratmeter Grund frei. Dieses Gelände soll ab 2018 verwertet werden. „Wir haben ja keine liquiditätsgetriebene Hektik, dort etwas hinstellen zu müssen. Daher legen wir auf höchstmögliche städteplanerische Qualität wert“, sagt Sterlike.

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Das Spektrum der geplanten Nutzung südlich und östlich des neuen Bahnhofs reicht von Verwaltungsgebäuden über zentrale Gesundheitseinrichtungen bis hin zu unterschiedlichen Wohnformen. Wichtig ist es, sowohl den ÖBB als auch der Stadt, die örtlichen Wirtschafts- und Industriebetriebe ins Projekt einzubeziehen. „Große Firmen lagern ja Forschung und Entwicklung zunehmend aus. Es wäre denkbar, dass auf dem großen Areal eine Art Infrastruktur-Campus entsteht mit Einrichtungen für Aus- und Weiterbildung, die Unternehmen gemeinsam nutzen können“, sagt Puchebner.

Bagger rollen ab 2016

Sowohl die Stadtchefin, als auch Sterlike betonten, dass Amstetten und ÖBB bei diesem Projekt Hand in Hand gehen werden. Das ist auch mit ein Grund, warum das Amstettner Projekt überhaupt für den Europan-Wettbewerb ausgewählt worden ist. „Wir haben auch in anderen europäischen Städten schon Projekte bei Bahnhöfen gehabt, die dann aber nicht verwirklicht wurden. In Amstetten wissen wir, dass die beiden Partner es ernst meinen. Und Amstetten hat ja auch schon ein Europan-Projekt zum Teil umgesetzt – die Gartenstadt in Hausmening (2006 hatte sich die Stadt da am Europan-Bewerb beteiligt)“, sagt der Generalsekretär von Europan-Österreich, Architekt Bernd Vlay.

Sterlike kündigt an, dass die ÖBB im kommenden Jahr das Siegerprojekt präzisieren wollen. „Ab 2016 werden wir dann Geld für die Erschließung des Areals in die Hand nehmen und mit der Umsetzung beginnen. Dann sollen auch schon die Bagger rollen.“

Eine der ersten Maßnahmen wird sein, den Kreisverkehr bei der Intersparkreuzung zu verwirklichen.