St. Pantaleon-Erla: 50 Jahre eine Gemeinde. Am 1. Jänner 1971 wurden die Gemeinden St. Pantaleon und Erla zusammengelegt. Wann und in welcher Form dieses Ereignis gefeiert werden kann, steht noch nicht fest.

Von Karl Fuchs und Ingrid Vogl. Erstellt am 08. Januar 2021 (04:34)
FP-Gemeinderat Johann Schlögelhofer, Bürgermeister Rudolf Bscheid, Vizebürgermeister Florian Himmelbauer (beide SPÖ) und VP-Parteichef Rudolf Divinzenz (von links) fungierten vor zehn Jahren als Baumpaten. Heuer zeichnet Divinzenz als Bürgermeister für die Feierlichkeiten zur Gemeindezusammenlegung verantwortlich.
Archiv/Fuchs

In den 1970er-Jahren erfolgten im Bezirk Amstetten einige Gemeindezusammenlegungen, die vom Land Niederösterreich auch propagiert wurden. Im positiven Falle wurden erhöhte Bedarfszuweisungen zugesagt. Eine Gemeindezusammenlegung hätte auch im Enns-Donauwinkel über die Bühne gehen sollen, denn St. Valentin sollte eine Großgemeinde mit Ennsdorf, St. Pantaleon und Erla werden. Hier waren sich die drei Gemeinden mit SPÖ-Bürgermeistern aber nicht einig.

Zusammengelegt wurden damals hingegen die Gemeinden St. Pantaleon und Erla. Diesem Zusammenschluss ging eine Volksbefragung in Erla voraus, die in der Zeit von 14. bis 15. November 1970 stattfand. Das Ergebnis war eindeutig: Bei 379 abgegebenen Stimmzetteln entfielen 252 auf eine Zusammenlegung mit St. Pantaleon und nur 100 auf eine Zusammenlegung mit St. Valentin. 27 Stimmen waren ungültig. Ende November 1970 beschlossen die Gemeinderäte der beiden Gemeinden dann die Vereinigung zu einer neuen Gemeinde, die mit 1. Jänner 1971 in Geltung gesetzt wurde.

„Das sind Dinge, die weiß heute kaum jemand mehr“, erklärt Bürgermeister Rudolf Divinzenz, der damals selbst erst zehn Jahre alt war, die Gemeindegeschichte historisch aufarbeiten zu wollen. „Für unsere Gemeinde ist das etwas Besonderes und wir haben die Aufgabe, dies zu würdigen“, betont der Stadtchef. Dass es anlässlich des 50. Jahrestages der Gemeindezusammenlegung einen Festakt geben wird, steht fest. Wo dieser stattfinden wird und wie in Zeiten der Corona-Pandemie gefeiert werden darf, ist momentan aber noch ungewiss.

„Wir wollen würdig feiern und hoffentlich möglichst bald. In welcher Form, ist aber noch nicht definiert. Wir müssen abwarten, was möglich sein wird“, sagt Divinzenz, der an einen Termin in der wärmeren Jahreszeit denkt und den Frühling bevorzugen würde. Möglicher Austragungsort der Feierlichkeiten wäre die ehemalige Grenze, bei der die beiden Gemeinden zusammenstießen. Dort gedachte man vor zehn Jahren bereits des 40. Jahrestages und pflanzte auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze je eine Platane. Divinzenz war auch damals bereits dabei. Zwar „nur“ als ÖVP-Parteichef, denn der Bürgermeister kam damals mit Rudolf Bscheid noch aus den Reihen der SPÖ.